Pflege und Gesundheit
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Hebammenkunde

Um was geht es?

So lange es werdende Eltern gibt, brauchen wir qualifizierte Hebammen! 

Hebammen (und ihr männliches Pendant, die Entbindungspfleger) sind die Spezialistinnen für die Betreuung von Frauen und Familien in allen Phasen rund um Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit oder dem ersten Lebensjahr eines Babys. 

Hebammen arbeiten im Team eng mit anderen Berufsgruppen zusammen, um eine optimale Versorgung sicherzustellen. Sie tragen Verantwortung für die im Entstehen begriffene Familie. Dafür müssen Sie auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, eigener klinischer Erfahrung und der Bedürfnisse der Frauen und Familien eigenständig entscheiden, reflektieren und kompetent handeln. 

Für wen ist das was?

  • Sie haben eine Hochschulzugangsberechtigung. 
  • Sie haben Lust zu lernen und zu lesen, arbeiten aber genauso gerne mit Ihren Händen und Körpern.
  • Sie entwicklen Ehrgeiz, auch komplexe Sachverhalte zu verstehen und wissenschaftliche Erkenntnisse, Bedürfnisse von Frauen und Familien sowie fachpraktische und theoretische Erkenntnisse situationsspezifisch, individuell und ressourcenorientert in der Betreuung einzusetzen.
  • Englische Texte zu lesen ist für Sie eine bewältigbare Herausforderung.

Wenn Sie schon eine Hebammenausbildung abgeschlossen haben und nun einen Studienabschluss erwerben möchten, nutzen Sie unser Anerkennungsverfahren. Die Ausbildung kann bis zur Hälfte der Studienmodule ersetzen. Die praktische Ausbildung wird im vollen Umfang angerechnet. 

Welche Berufschancen bieten sich nach dem Studium?

Hebammen sind dringend gesucht! Mit der Berufszulassung nach dem 7. Semester können Sie in Deutschland sofort klinisch und außerklinisch als Hebamme tätig werden. Mit dem Bachelorabschluss ein Semester später ist Ihre Qualifizierung international anerkannt. Sie können sich mit einem Master-Studium für Tätigkeiten in der Forschung und Lehre weiterqualifizieren. 

Was erwartet Sie im Studium?

Frau Sandra Widmer kommt heute in die Hebammensprechstunde. Sie ist 38 Jahre alt, erwartet ihr erstes Kind und befindet sich mit 36+1 Schwangerschaftswochen kurz vor dem physiologischen Geburtszeitraum. Sie bemerken schon bei der Begrüßung an der Tür, dass Frau Widmer schlecht aussieht - vor allem fällt Ihnen die fahle, fast gelbliche Gesichtsfarbe auf. Befragt nach ihrem heutigem Befinden klagt Frau Widmer über Bauchschmerzen - ob dies denn schon Wehen sein könnten? 

Von Beginn an spannt sich das Studium der Hebammenkunde fallorientiert auf. Ziel ist, aus der Fallsituation die Fragen zu entwickeln, deren Beantwortung die situationsspezifische Betreuung einer Schwangeren, Gebärenden oder Wöchnerin ermöglichen:

  • Worauf deuten die Symptome hin? Was ist die wahrscheinlichste Diagnose?
  • Was könnte noch vorliegen? Differentialdiagnose?
  • Sind die Beschwerden noch physiologisch oder bereits pathologisch?
  • Welche potentiellen Komplikationen ergeben sich für Mutter und Kind?
  • Wie kommuniziere ich die Diagnose an Frau Widmer? 
  • Wie berate und behandle ich Frau Widmer oder muss ich sie überweisen und wenn ja, an wen und wie schnell?

Mit diesen Fragen ausgerüstet eignen sich die Studierenden im theoretischen und fachpraktischen Unterricht und im Selbststudium Kompetenzen in Anatomie und Physiologie, Beratung, Geburtshilfe, Pädiatrie und Recht an. Gelehrt wird entscheidungsorientiert. Geübt wird von einfachen zu komplexen Situationen erst im Skills-Lab und dann in der Praxis.