In diesem Band sind verschiedene Werke zusammengefasst, die in einem engen inneren Zusammenhang zu sehen sind:
Michael Lochmaier zählte nach dem Studium in den 70er und 80er Jahren des 15. Jahrhunderts zu den führenden Autoritäten der Wiener Universität. Im Parochiale curatorum handelt er in 10 Einzeltraktaten die Rechte und Pflichten des Seelsorgers ab. Bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde Lochmaier auch das Lavacrum conscientiae zugeschrieben, welches aber wohl aus der Feder des Karthäusers Jakob von Gruytrode stammt. Die in der Überlieferung Heinrich von Langenstein zugewiesene Secreta sacerdotum, die vornehmlich aus Anweisungen über die gebührende Feier der Messe bestehen, erhielten von Lochmaier eine für den Druck leicht redigierte Fassung. Dies ist leicht nachzuvollziehen, da beide gleichzeitig in Wien lehrten:
Langenstein wurde nach kurzem Aufenthalt im Kloster Eberbach bei Mainz an die Universität Wien berufen, wo er an der Einrichtung der theologischen Fakultät mitwirkte und 1384 an der Ausarbeitung neuer Universitätsstatuten beteiligt war.
De fuga mulierum wurde fälschlich Augustinus zugeschrieben und auch heute noch ist der Text häufiger unter (Pseudo-)Augustinus zu finden. Bereits 1333 verfasste Guido de Monte Rochen sein Manipulus curatorum, ebenfalls eine Unterweisung in die Aufgaben des Pfarrers.
Das Leder ist spröde und im Falz gerissen, der Rücken teilweise lose, der vordere Holzdeckel aufgrund von Wurmfraß brüchig, Wurmfraß befindet sich auch im Papier, das Papier ist in seiner Stabilität durch Schimmelbefall geschwächt, starke Wasserränder und Verfärbungen.
Notwendige Maßnahmen:
Entwesen des Einbandes, Nassreinigung des Papiers, Fehlstellenergänzungen, Ausbessern und Glätten, Sichern der farbig bemalten und geschriebenen Vorsätze, Einbandrestaurierung, Schutzschuber.
Geschätzte Kosten: 1.750.- €