Pflege und Gesundheit
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Gesundheitsmanagement

Um was geht es?

Management kann als die bewegende Kraft bezeichnet werden, überall wo es darum geht, durch ein arbeitsteiliges Zusammenwirken vieler Menschen gemeinsam etwas zu erreichen. (Hans Ulrich 1972) 

Die zentralen Aufgaben von Management sind Gestaltung, Steuerung und Entwicklung. Im Gesundheitswesen betrifft dies 

  • die Gestaltung, Steuerung und Entwicklung von Prozessen der Gesunderhaltung der Bevölkerung sowie der Versorgung von Erkrankten
  • die Gestaltung, Steuerung und Entwicklung in und von Gesundheitsorganisationen. 

Gesundheitsmanagement ist mehr als nur wirtschaftliches Denken und Handeln in Gesundheitseinrichtungen.  Es ist mehr als nur die Anwendung von Kenntnissen der Betriebswirtschaftslehre im Gesundheitsbereich. Gesundheitsmanagement ist ein systematisches, wissenschaftlich fundiertes Vorgehen in der Konzeption, Umsetzung und Auswertung von Managementaufgaben im Gesundheitswesen. Wirtschaftliche Interessen der Versorgungseinrichtungen und gesellschaftliche Anliegen an Versorgungsqualität, Effizienz und Effektivität müssen dabei ausbalanciert werden. Es geht um die Umsetzung einer Vision: Eine patientenzentrierte, partizipative und ressourcenfördernde Versorgung mitzuwirken, die zugleich ökonomisch sinnvoll und verantwortbar ist.

Ein Studium zwei Schwerpunkte!

Sie können nach dem dritten Semester zwischen zwei Schwerpunkten wählen:

  • Gesundheitsfördernde Unternehmensgestaltung: Sie lernen Verantwortung für  eine gesundheitsfördernden Gestaltung von Einrichtungen des Gesundheitswesens zu übernehmen.
  • Management in Gesundheitseinrichtungen: Sie lernen Verantwortung in der Organisation der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung zu übernehmen.

In den ersten Semestern besteht durch Wahl entsprechender Gruppen oder durch die Wahl von Themen der Prüfungsleistungen die Möglichkeit, auszuprobieren, welcher Schwerpunkt besser zu Ihnen passt. 

Wer aus der Pflege kommt, kann sich zusätzlich noch entscheiden, die Prüfungsordnung zu wechseln und sich auf Pflegemanagement zu spezialisieren. 

Für wen ist das was?

  • Sie haben einen Ausbildung in einem der Berufe des Gesundheitswesens, z.B. als Gesundheits- und Krankenpfleger, Physiotherapeutin, Medizinischer Fachangestellter, Rettungsassistentin, Sozialversicherungsfachangestellter oder Gesundheitskauffrau.
  • Sie haben eine Hochschulzugangsberechtigung
  • Sie sind interessiert, Ihre Erfahrungen aus der Berufstätigkeit in Überlegungen zu einer patientenorientierteren, für alle zugänglichen und ressourcenorientierten Gesundheitsversorgung einzubringen, die zugleich ökonomisch sinnvoll und verantwortbar ist. Sie können sich vorstellen, dass dies zugleich mit verbesserten Arbeitsbedingungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen verbunden sein könnte.

Sind Sie bereits mit Managementaufgaben im Gesundheitswesen befasst? Nutzen Sie die Möglichkeiten der Anerkennung von Kompetenzen auf Module des Studienganges. Dies ist bis zur Hälfte des Studienumfangs möglich. 

Möchten Sie neben dem Studium berufstätig bleiben? Wir bieten feste Präsenztage: Montag bis  Mittwoch. Wenn Sie halbtags und mehr arbeiten möchten wählen Sie die berufsbegleitende Variante des Studiengangs.

Welche Berufschancen bieten sich nach dem Studium?

 Managementkompetenzen im Gesundheitswesen steigen in ihrer Bedeutung. Tätigkeitsfelder nach erfolgreichem Abschluss des Studiums können z.B. sein:

  • als Personal- oder Gesundheitsmanager/in direkt in einem größeren Unternehmen, in einer Stabstelle bei der Unternehmensleitung angesiedelt oder in der Abteilung Human Resources,
  • bei einem Sozialversicherungsträger (Krankenkasse, Unfall- oder Rentenversicherung) z.B. in den Abteilungen Vertragsgestaltung oder Prävention,
  • im öffentlichen Gesundheitsdienst auf kommunaler (Gesundheitsamt oder Fachbereich Gesundheit), regionaler oder überregionaler Ebene und koordinieren z.B. Gesundheitskonferenzen,
  • als Consulter frei oder angestellt bei einer Unternehmensberatung; dort führen Sie z.B. Zufriedenheitsanalysen in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung durch oder sie beraten Unternehmen wie sie die Leistungsfähigkeit der älter werdenden Belegschaft erhalten können oder bieten Service z.B. im gesetzlich vorgeschriebenen Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) an,
  • als Koordinator/in einem Versorgungsnetzwerk oder Zusammenschluss von Dienstleistern im Gesundheitswesen, 
  • als wirtschaftliche und ggf. fachliche Leitung einer kleineren Versorgungseinrichtung,
  • als Mitarbeiter/in einer Einrichtung der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen und unterstützen die Entwicklung von Empfehlungen.

Zugleich bietet der Studiengang eine optimale Zugangsvoraussetzung für ein anschließendes Master-Studium in Public Health mit dem Schwerpunkt Management im Gesundheitswesen. Oder Sie studieren im Anschluss Pädagogik für Pflege und Gesundheitsberufe und übernehmen Verantwortung in der Ausbildung. 

Was erwartet Sie im Studium?

Studiert wird an der Hochschule Fulda interdisziplinär und praxisnah, oft mit Formen projekt- oder problemorientierten Lernens, Gastvorträgen, Projekten und einem Praktikum. Gesundheits-, betriebswirtschaftliches- und managementwissenschaftliches Wissen werden gleichermaßen vermittelt. Sprachkenntnisse in Englisch werden erwartet und können während des Studiums verbessert und vertieft werden. Besonderer Wert wird auf die Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten gelegt. 

Im Studium können Sie Ihre Kompetenzen für das Berufsbild entwickeln und stärken:

  • gute interdisziplinäre gesundheitswissenschaftliche Kenntnisse,
  • die Kompetenz Forschungsmethoden korrekt und zugleich pragmatisch anzuwenden um besser planen und entscheiden zu können,
  • die Fähigkeit, systematisch und projektorientiert vorzugehen sowie ökonomisch zu denken und zu handeln,
  • die Fähigkeit zur Kooperation, Koordination und Kommunikation,
  • die Fähigkeit, Arbeitsprozesse auch human und gesundheitsförderlich zu gestalten sowie
  • die Fähigkeit, Personal im Gesundheitswesen und der Gesundheitswirtschaft verantwortlich einzusetzen und zu leiten.

Sie können zwischen einem Vollzeitstudium (Präsenz Montag bis Mittwoch) und einem berufsbegleitendem Studium wählen. Bei einem Vollzeitstudium können Sie erfahrungsgemäß bis zu 10 Stunden pro Woche nebenbei arbeiten, ohne dass Ihre Leistungen zwingend darunter leiden. Ein berufsbegleitendes Studium empfehlen wir, wenn sie auf halber Stelle oder mehr tätig sind – die Regelstudienzeit verlängert sich dann von 6 auf 9 Semester. Zwischen beiden Prüfungsordnungen ist problemlos ein Wechsel möglich, wenn sich Ihre Rahmenbedingungen ändern. Ein Auslandssemester ist idealerweise im 5. Semester möglich. 

Sie schließen Ihr Studium mit dem akademischen Grad Bachelor of Science (B.Sc.) ab.