Das Pflegemanagement-Studium vermittelt Managementwissen mit besonderem Blick auf das Gesundheitswesen. Dabei wird pflege- und gesundheitswissenschaftliches Wissen ebenso vertieft wie das Wissen und die Anwendung von Forschungsmethoden in der Managementpraxis. Das Studium befähigt Studierende dazu, pflegewissenschaftliche Erkenntnisse in Managementtätigkeiten innerhalb des Gesundheitswesens einzusetzen und damit zur Erweiterung des pflegewissenschaftlichen Wissens, aber vor allem auch zur Gestaltung des Pflegeberufes und des Gesundheitswesens beizutragen. Der Studiengang qualifiziert insbesondere dazu, Entscheidungen im Management der pflegerischen Versorgung unter wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und ethischen Fragestellungen zu treffen, kritisch zu reflektieren und ihre Wirkungen auf die Betroffenen zu antizipieren.
In Anlehnung an den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) können die Kompetenzen, die Studierende erwerben können wie folgt beschrieben werden:
Kenntnisse | Fertigkeiten | Kompetenz |
Fortgeschrittene Kenntnisse im Managementwissen von Pflege und ihrer Sicherstellung unter Einsatz eines kritischen Verständnisses von wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen, pflegewissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Theorien und Erkenntnissen, sowie ökonomischen, sozialen, wissenschaftlichen und ethischen Grundsätzen. | Systematische, methodische Fertigkeiten, sowie reflexive und kommunikative Fertigkeiten, die angemessene Innovationen in der Pflege unterstützen und zur Lösung komplexer und nicht vorhersehbarer Probleme in der pflegerischen Versorgung und deren Sicherstellung nötig sind. | Leitung komplexer beruflicher Tätigkeiten oder Projekte der Pflege bzw. des Managements von Pflege. Übernahme von Entscheidungsverantwortung in den nicht vorhersehbaren Arbeitskontexten der Pflege auf der Ebene von Stationen und kleineren Pflegeeinrichtungen. Übernahme der Verantwortung für die berufliche Entwicklung von Teams und Einzelpersonen. |
Etwa die Hälfte des Studiengangs Pflegemanagement ist allgemeinen Fragestellungen des Gesundheitsmanagements gewidmet. In einem weiteren Drittel der Module werden an pflegespezifischen Beispielen weiterführende Kompetenzen erworben und erprobt. In einem Sechstel der Module geht es um spezifische pflegewissenschaftliche Inhalte. Das bietet die Möglichkeit, sich während des Studiums für eine Studienrichtung zu entscheiden, interdisziplinäre Kooperation zu erproben und zu einem spezifischen Berufsprofil zu gelangen. Neu in den Studiengang integriert wurden die Module Evidenz, Versorgungskonzepte und Berufsfeldorientierung.
Den Studienplan, das Modulhandbuch und die Kompetenzstandards für die einzelnen Module finden Sie beim Klick auf den jeweiligen Begriff als PDF hinterlegt.
Die Prüfungsordnung finden sie hier.

Klinische Entscheidung und Evidenz
Evidence based Medicine (EBM), Evidence based Nursing (EBN) oder Evidence based Practice (EBP) richten die individuelle klinische Versorgung von Patientinnen und Patienten an bestmöglicher externer Evidenz, also der nachgewiesenen Wirksamkeit von Behandlungen und Therapien, aus. Aus systematischer Forschung einerseits, individueller klinischer Expertise sowie der Berücksichtung der Wünsche und Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten andererseits, soll so bestmögliche Versorgung abgeleistet werden. Die Studierenden sollen in dem Modul die Kompetenzen erwerben, die sie dazu befähigen, Evidenz zu ausgewählten pflegewissenschaftlichen Fragestellungen zu recherchieren, die Entstehung klinischer Entscheidungen nachzuvollziehen sowie die gesundheitspolitischen und ökonomischen Kontexte von EBM kritisch zu reflektieren.
Versorgungskonzepte im nationalen und internationalen Kontext
Konkrete Beispiele in der gesundheitlichen Versorgung werden in diesem Modul auf Über-, Unter- und Fehlversorgung untersucht, Ursachen für Versorgungsdefizite identifiziert und Strategien für die Überwindung dieser Versorgungsdefizite bewertet. Die Sammlung, Bewertung und Interpretation der Versorgungskonzepte in Deutschland sowie die wissenschaftliche Analyse international angewendeter Versorgungskonzepte und ihrer Übertragbarkeit auf den deutschen Versorgungskontext dient der Ausbildung von Kompetenzen, die Prozesse zur Steuerung neuer Versorgungsformen mitgestalten zu können und Positionen zur Relevanz neuer Versorgungskonzepte argumentativ zu verteidigen.
Berufsfeldorientierung
Der Fachbereich Pflege und Gesundheit blickt inzwischen auf eine umfassende Erfahrung mit dem Studienprogramm Pflegemanagement zurück und profitiert u.a. von den Rückmeldungen der Studierenden und unserer Kooperationspartner. So wird der Studiengang kontinuierlich weiter entwickelt. Das neue Curriculum legt noch stärkeren Wert auf Praxisbezug durch Exkursionen, Gastvorträge, Praktika und Praxisprojekte.
Der Einstieg in die Management-Praxis und den Beruf wird durch das Modul "PM 15 Berufsfeldorientierung" im fünften Semester erleichtert. Zu den Inhalten des Moduls gehören Praktika im In- oder Ausland (mindestens 200 Stunden) oder das Lösen von Management-Aufgaben in der persönlichen Berufspraxis; ergänzend werden eine Ringvorlesung zu Arbeitsfeldern im Pflegemanagement, Bewerbungstraining sowie individuelles Mentoring angeboten. Mit der Bachelor-Arbeit, die meist in Kooperation mit Praxiseinrichtungen entsteht, können erworbenes Wissen und Fähigkeiten unmittelbar in die Berufspraxis überführt werden.
Als Praxiseinrichtungen stehen z.B. die 16 akademischen Lehreinrichtungen des Fachbereichs Pflege und Gesundheit sowie weitere Kooperationspartner im In- und Ausland zur Verfügung.