Pflege und Gesundheit
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Master Studiengang Public Health

Der Studiengang Public Health bietet Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen mit einem beruflichen oder akademischen Schwerpunkt in Gesundheit die Möglichkeit, sich für bevölkerungsbezogene Gestaltungsaufgaben im Gesundheitswesen zu qualifizieren. Der Studiengang ist ein forschungsorientierter, konsekutiver Master-Studiengang. Traditionell und gern gesehen kommen viele Studierende aus einem Pflege- oder Gesundheitsfachberuf. Aber auch Medizinerinnen und Mediziner, Gesundheitsökonominnen und Gesundheitsökonomen oder Juristinnen und Juristen sind geeignet und willkommen. 

Durch eine individuelle Kombination der Wahlpflichtmodule, die Wahl des Forschungsprojektes und die thematische Mitgestaltung einzelner Module besteht die Möglichkeit, sich inhaltlich und methodisch gemäß eigener Interessen zu qualifizieren. Ergänzend besteht die Möglichkeit, bei einem Auslandstudium die Schwerpunkte der Partnerhochschulen zu studieren. 

Pro Studienjahr stehen im Studiengang Public Health etwa 50 Studienplätze zur Verfügung. Einige Module werden gemeinsam mit anderen Masterstudiengängen, "Public Health Nutrition" und "Pädagogik für Pflege- und Gesundheitsberufe" durchgeführt, so dass ein interdisziplinärer Austausch stattfinden kann.

Public Health

„Public Health ist – in Anlehnung an international verbreitete Definitionen (Winslow, Acheson, WHO) – die Wissenschaft und Praxis zur Vermeidung von Krankheiten, zur Verlängerung des Lebens und zur Förderung von physischer und psychischer Gesundheit unter Berücksichtigung einer gerechten Verteilung und einer effizienten Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Public-Health-Maßnahmen zielen primär auf die Gesunderhaltung der Bevölkerung und einzelner Bevölkerungsgruppen durch organisiertes gesellschaftliches Handeln. Public Health konzentriert sich auf die Bevölkerung und erweitert dadurch die Perspektive der klinischen Medizin, die sich in erster Linie auf Individuen und Krankheiten richtet.

Public Health befasst sich somit mit einer Vielzahl von Problemfeldern, insbesondere den Fragen nach:

  • der Häufigkeit und Verteilung von Erkrankungen in der Gesellschaft, einschließlich der sozial bedingten gesundheitlichen Ungleichheit;
  • den Ursachen von Gesundheit und Krankheit, insbesondere den sozialen und umweltbedingten Einflussfaktoren auf die Gesundheit;
  • der Bedeutung von Entscheidungen in diversen Politikfeldern für die Gesundheit der Bevölkerung („health in all policies“; „equity in all policies“);
  • der Planung, Durchführung und Bewertung politischer und lebensweltbezogener Interventionen zur Gesundheitsförderung und zur Prävention gesundheitlicher Beeinträchtigungen;
  • dem Bedarf an präventiver, kurativer, rehabilitativer, pflegerischer und palliativer Versorgung sowie der Gesundheitsförderung der Bevölkerung, heute und in der Zukunft;
  • der Wirksamkeit und Effizienz unterschiedlicher Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention sowie zur Krankenbehandlung;
  • der Eignung bestehender Strukturen und Prozesse im Sinne einer effektiven und effizienten gesundheitlichen Versorgung und Gesundheitsförderung;
  • der Gestaltung eines Gesundheitssystems, das allen Bürgerinnen und Bürgern eine hohe Versorgungsqualität und einen gleichen, undiskriminierten, ihrem individuellen Bedarf entsprechenden und bezahlbaren Zugang zu Versorgungsleistungen bietet;
  • der Steuerung und Finanzierung der Versorgung im Gesundheitswesen;
  • der angemessenen Beteiligung von Patientinnen und Patienten sowie Bürgerinnen und Bürgern an der Gestaltung des Gesundheitswesens und an gesundheitsrelevanten Entscheidungen in allen Politikfeldern;
  • der Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsberufen und ihrer Integration in die gesundheitsbezogene Versorgung.“ 

(Deutsche Gesellschaft für Public Health 2012, Situation und Perspektiven von Public Health in Deutschland)

Public Health Praxis schließt vier zusammenhängende Prozessschritte ein (Public Health Action Cycle): die datengestützte, sozialwissenschaftliche und epidemiologische Analyse der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung und ihrer Determinanten (assessment); die Entwicklung und Formulierung öffentlicher Politiken gemeinsam mit den gesellschaftlich Verantwortlichen (policy); die Sicherstellung einer bedarfsgerechten und kostengünstigen Versorgung, einschließlich der Prävention und Gesundheitsförderung (assurance); sowie die Überprüfung der Wirksamkeit und Kosteneffektivität von Interventionen (evaluation).
 (Institute of Medicine, Committee for the Study of the Future of Public Health, Division of Health Care Services, 1988) 

International ist Public Health eine anerkannte und verbreitete wissenschaftliche Weiterbildung und Voraussetzung für die Übernahme von Gestaltungsaufgaben in gesundheitsbezogenen Arbeitsfeldern. In Deutschland gibt es zurzeit acht Hochschulen, die Public Health Studiengänge anbieten und in der Kommission Lehre der DGPH über curriculare Fragen diskutieren. Der Studiengang in Fulda ist in der DGPH aktiv. 

National und international vernetzt

Der Studiengang Public Health in Fulda ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Public Health und im Rahmen des Projektes MOCCA mit fünf Hochschulen im nord- und osteuropäischen Raum vernetzt.

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