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Kasseler Architekten planen Neubau

Wettbewerb entschieden / Investitionsvolumen ca. 40 Millionen Euro

Der Architektenwettbewerb um den Neubau der Hochschul- und Landesbibliothek, zentraler und publikumsnaher Einrichtungen sowie die Gestaltung der Außenanlagen ist entschieden: Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Carl Fingerhuth (Zürich/Schweiz) wählte mit sieben zu vier Stimmen den Entwurf der ArGe Atelier 30 Architekten GmbH Fischer - Creutzig / Mann Landschaftsarchitekten, beide Kassel und empfahl mehrheitlich den 1. Preisträger zur Realisierung. Insgesamt 31 Architekten hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Der zentrale Neubau mit einer Nutzfläche von rund 6.600 m2 soll auf dem Gelände des jetzigen Hochschulparkplatzes entstehen und 2013 bezugsfertig sein. 

Der Entwurf überzeugte die Jury durch seine klaren Strukturen und Linien und schafft die Voraussetzung für eine ausgezeichnete Funktionalität. Vorgesehen sind drei Gebäudekörper, die sich erfolgreich in das bestehende stadträumliche Gefüge einordnen und die Campusstruktur in idealer Weise fortführen. Die prägende und überragende Qualität des Entwurfs sah die Jury in der Verflechtung von Außen- und Innenraum. Die Gebäude markieren den neu definierten Campusplatz und lassen sich von der neuen Campusmitte aus erschließen. 

Gerd Krämer, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sagte bei der Urkundenübergabe, es sei Ziel mit den im Rahmen des landeseigenen Hochschulbauinvestitionsprogrammes HEUREKA zur Verfügung stehenden Mitteln einen neuen Mittelpunkt der Hochschule Fulda zu schaffen: „Die Bereiche Studieren, Lernen, studentisches Leben, Information und Kommunikation sollen zeitgemäß funktional verzahnt werden, um Studierenden und Lehrenden beste Studier- und Arbeitsbedingungen zu bieten. Es freut mich sehr, dass das Sonderinvestitionsprogramm des Landes es ermöglicht, die Umsetzung früher als geplant in Angriff zu nehmen.“ 

Der Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Karim Khakzar, der selbst dem Preisgericht angehörte, zeigte sich sehr zufrieden mit der Entscheidung. „Die Anordnung der drei neuen Baukörper schafft einen neuen Mittelpunkt auf dem Campus und verbindet gleichzeitig den alten und neuen Teil der Hochschule. Dadurch entsteht für die Studierenden eine ausgezeichnete Aufenthaltsqualität. Der preisgekrönte Entwurf bietet eine sehr gute Basis für die nun anstehende Detailplanung.“ 

„Die Hochschule ist ein wichtiger Bestandteil der Stadt und ihrer Region. Der siegreiche Entwurf setzt einen wesentlichen städtebaulichen Akzent“, betonte Oberbürgermeister Gerhard Möller. „Er stärkt die Verbindungen zwischen Stadt und Hochschule, indem hier die gesamte Bevölkerung umfangreiche Bildungsangebote nutzen kann.“ 

Thomas Platte, der das Hessische Baumanagement, im Preisgericht vertrat, unterstrich: „Die besonders gelungene planerische Umsetzung durch die Sieger des Wettbewerbs greift die drei geforderten Hauptnutzungen durch maßstäblich geglückte und städtebaulich passende Bauteile auf, die sich zu einer baulichen Umsetzung bestens eignen.“ 

Der Wettbewerb gliederte sich in einen Ideen- und Realisierungsteil. Es galt, die städtebaulich-freiraumplanerische Perspektive des Campus herauszuarbeiten und die konkreten hochbaulichen Bausteine als funktional wie gestalterisch optimale, den Campus prägende Elemente zu entwerfen, die sich sensibel in die vorhandene, teilweise denkmalgeschützte Bausubstanz einfügen. 

Die Planungsaufgabe umfasste folgende Bausteine: Neubau der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda, Neubau von zentralen und publikumsnaher Einrichtungen; Mensa der Hochschule Fulda, ein Großküchenlabor für den Fachbereich Oecotrophologie und ein StudentServiceCenter sowie Tagungsraum. Schließlich galt es, die Erneuerung der Erschließungs- und Außenanlagen zu gestalten, um so den Hochschulcampus städtebaulich-freiraumplanerisch weiter zu entwickeln. Die Neubauten sollen entsprechend den Anforderungen des Landes Hessen an nachhaltiges Planen und Wirtschaften energieeffizient und wirtschaftlich zu betreiben sein. 

Der Neubau der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda, zentraler und publikumsnaher Einrichtungen sowie die Erneuerung der Erschließungs- und Außenanlagen werden im Rahmen des landeseigenen Hochschulbauprogramms HEUREKA (Hochschul-Entwicklungs- und Umbauprogramm: Rund-Erneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre in Hessen) des Landes Hessen realisiert. HEUREKA sieht bis 2020 Investitionen von drei Milliarden Euro für die hessischen Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen vor.   

Daten und Fakten zum Ideen- und Realisierungswettbewerb

 

  1. Preis: Atelier 30 Architekten GmbH Fischer - Creutzig (Kassel) / Mann
    Landschaftsarchitekten (Kassel)
    Preisgeld: 52.000 Euro

    2.   Preis: Netzwerkarchitekten (Darmstadt)
          Landschaftsarchitektur und Ökologie, Angela Bezzenberger (Darmstadt)
          Preisgeld: 32.500 Euro

    3.   Preis: h4a Gessert + Randecker Architekten (Stuttgart)
          Glück Landschaftsarchitektur (Stuttgart)
          Preisgeld: 19.500 Euro

 

Ankäufe

       1.  Eller + Eller, Architekten GmbH (Düsseldorf)
            GTL Landschaftsarchitekten (Düsseldorf)

       2.  Gerber Architekten (Düsseldorf)

        Preisgeld: je 13.000 Euro

 

Vom 4. bis einschließlich 16. Mai werden alle Entwürfe in einer öffentlichen Ausstellung in der Hochschule Fulda, Halle 8, Marquardstr. 35, präsentiert. Geöffnet ist die Ausstellung täglich außer Sonntags von 10 bis 16 Uhr.

 

Der Jury unter Leitung von Prof. Carl Fingerhuth (Zürich/Schweiz) gehörten an:

- als Fachpreisrichter Prof. Rebecca Chestnutt (Berlin), Prof. Peter Kulka (Köln), Inge Laste, Hessisches Ministerium der Finanzen (Wiesbaden), Prof. Zvonko Turkali (Frankfurt), Prof. Hinnerk Wehberg (Hamburg)

- als Sachpreisrichter Ministerialdirigentin Irene Bauerfeind-Roßmann (Wiesbaden), Prof. Dr. Karim Khakzar (Fulda), Direktor Thomas Platte, Hessisches Baumanagement (Frankfurt), Dr. Marianne Riethmüller (Fulda), Stadtbaurätin Cornelia Zuschke (Fulda)

Created:  Thursday, 30. April 2009 | 12:14