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Ausgezeichnet

AOK-Leonardo Förderpreis für digitale Prävention geht an den Fachbereich

Das Präventionskonzept FamTIME wurde am 06.03 auf der CeBIT mit dem AOK-Leonardo Förderpreis ausgezeichnet, dem Gesundheitspreis für digitale Prävention. Die Umsetzung von FamTIME wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung nun mit bis zu 200.000 Euro fördern. Hinter FamTIME steckt die Idee eines digitalen Familienplaners. Er soll helfen, den Alltag von Familien besser zu strukturieren, und Familienmitglieder über ein soziales Netzwerk miteinander verbinden. Das Ziel: mehr Zeit für gemeinsame Aktivitäten gewinnen und so Gesundheit fördern. Die Idee dazu wurde von Elisabeth Hintz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Pflege und Gesundheit, gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Gesundheitsförderung entwickelt. Ein Team aus zwei Fachbereichen der Hochschule Fulda hat das Konzept verfeinert und präsentiert.
„Die Familienmitglieder tragen ihre Termine ein. FamTIME berechnet gemeinsame Zeitfenster und schlägt Aktivitäten vor, die einen gewissen Gesundheitswert haben und individuelle Wünsche der Familienmitglieder berücksichtigen. Die Erinnerung an diese Zeitfenster ist über eine App-Funktion möglich. FamTIME soll über verschiedene technische Endgeräte nutzbar sein, neben dem PC internetfähige Fernseher und Smartphones.“ erläutert die Preisträgerin, wie das Ganze praktisch funktionieren soll. Die AOK Familienstudie 2010 hat deutlich gemacht, dass sich Familien mehr gemeinsame Familienzeit wünschen, gemeinsame Mahlzeiten vermissen, verbindliche Regeln und Rituale bräuchten. Familien fällt es oft schwer, den Familienalltag zu strukturieren: Von den Eltern wird im Arbeitsleben hohe zeitliche und räumliche Flexibilität erwartet, die Kinder haben selbst in der Freizeit Termindruck. Die fehlende Zeit für gemeinsames Essen und Reden, für sportliche Aktivität und Entspannung wird mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht. Prof. Dr. Beate Blättner, Fachbereich Pflege und Gesundheit, beschreibt eine wesentliche Herausforderung der sich FamTIME stellt: „Digitale Medien stehen im Ruf, Familienzeiten seltener zu machen. Wir wollen sie im Gegensatz dazu zu nutzen, Familien zu unterstützen“. FamTIME kann aber noch mehr als Termine planen, nämlich eine sichere Form der digitale Vernetzung im Web 2.0 schaffen, mit Familienmitgliedern, die in anderen Haushalten leben, und mit befreundeten Familien. „Ich fand die Idee so gut, dass ich sie auch dann gemeinsam hätte umsetzen wollen, wenn wir nicht gewonnen hätten“ ergänzt Prof. Dr. Werner Winzerling, Dekan des Fachbereiches Angewandte Informatik.
Seit August 2011 wurden vom AOK-Bundesverband Projekte auf Basis der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie gesucht, die die Gesundheit in familiären Lebenswelten fördern. Der AOK-Leonardo wurde in zwei Kategorien vergeben. Für den mit bis zu 200.000 Euro dotierten Förderpreis übernahm das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Schirmherrschaft. In ihrem Grußwort bezeichnete die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, Gesundheit und Ernährung, speziell die Förderung der präventiven Gesundheitsvorsorge als zentrale Themen der Hightech-Strategie 2020 für Deutschland. Auf Basis intelligenter Technologien soll diese dazu beitragen, Leitmärkte zu schaffen.
Nach der Einsendung des Konzeptentwurfs und der Teilnahme an dem Wettbewerb im November 2011 waren die Konzeptverantwortlichen von FamTIME, zu der auch Anna Grundel und Prof. Dr. Stefan Greß gehören, bereits Anfang Februar als Finalisten nach Berlin eingeladen worden, um ihr Konzept dort persönlich der Jury vorzustellen. Zu den hochkarätigen Vertretern der Jury aus Politik, Gesundheitswesen und Wissenschaft gehörten u. a. Prof. Dr. Karlheinz Brandenburg, der Erfinder des MP3-Players, sowie Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer, die wissenschaftliche Leitung der AOK-Familienstudie 2010.
Die Entwicklung eines Prototyps von FamTIME wird in den nächsten zwei Jahren in einer Kooperation beider Fachbereiche erfolgen. Auch fachbereichsübergreifende studentische Projekte sind geplant.

Ansprechpartnerin:
M.Sc. Elisabeth Hintz, Tel: 0661/9640-612, E-Mail: elisabeth.hintz@pg.hs-fulda.de
 

Erstellt:  Montag, 12. März 2012 | 10:18