Gender Mainstreaming ist ein Organisationsprinzip, das die Perspektive der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in ihrer Heterogenität von Lebensentwürfen als ein wesentliches Entscheidungskriterium in alle Organisationsprozesse einfließen lassen will. Dafür müssen diese Prozesse neu organisiert, verbessert und geprüft werden.
Im Arbeitsalltag wird häufig ohne bewusstes Nachdenken Geschlechtsneutralität unterstellt. Ohne zu reflektieren wird angenommen, dass Männer und Frauen von organisationellen als auch politischen Entscheidungen gleichermaßen betroffen sind. Mit Gender Mainstreaming wird diese scheinbare Neutralität als solches erkannt. Es geht darum, die konkreten geschlechtsspezifischen Bezüge von Problemstellungen und ihren Lösungen sichtbar zu machen und vor diesem Hintergrund zu neuen Fragen und Antworten zu kommen.
In der Praxis jedoch stößt dieser Anspruch an Grenzen. Oft fehlt die Zeit, die Bereitschaft oder eben auch das Wissen um Lebensentwürfe und ihren Bedingungen, um die eigene Arbeit und damit die Prozesse innerhalb einer Organisation im Sinne von Gender Mainstreaming zu verändern.
Gender Mainstreaming
Frauenförderung
Gemeinsam stehen Gender Mainstreaming und Frauenförderung für eine geschlechtergerechte Hochschule und dienen der Chancengleichheit von Frauen und Männern in ihrer jeweiligen Vielfalt. Dabei wirken sie auf Handlungsfelder wie Personaleinstellung, Personalentwicklung, Organisationssteuerung als auch Lehre, Studium und Forschung.
´Gender´ statt ´Frau´
Der Begriff `Gender` steht für das soziale, das ´gemachte´ und damit veränderbare Geschlecht. Mit dem Fokus auf Frauen und Männer ist die Chance verbunden, die Vielfalt innerhalb beider Geschlechter (Lebensform, Beruf, Alter, Herkunft) zu berücksichtigen.
Politikfolgenabschätzung und Leitungsverantwortung
Die ganze Organisation und alle ihre Entscheidungsprozesse geraten ins Blickfeld: Mit Gender Mainstreaming wird die Perspektive der Gleichheit zwischen Männern und Frauen – und auch innerhalb dieser Gruppen – in allen Bereichen und auf allen Ebenen berücksichtigt.
Präsidium, DekanInnen und einzelne ProfessorInnen als auch Mitarbeitende in Leitungsfunktionen sind verantwortlich für den Gender Mainstreaming-Prozess in ihrem jeweiligen Bereich. Insofern ist Gender Mainstreaming ein Top-Down-Prinzip, das ohne starke Bottom-Up-Elemente jedoch nicht funktioniert.
Genderkompetenz
Wenn die Geschlechterfrage im Zusammenspiel mit individuell gewählten Lebensentwürfen nicht mehr ausgesondert wird, erfordert dies für alle Akteure und Akteurinnen die Entwicklung von Genderkompetenz.
Qualitätssteigerung und Modernisierung
Die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Vielfalt ist ein Qualitätsmerkmal. Die Wirksamkeit von Maßnahmen wird erhöht.
Mit der Einführung und Umsetzung von Gender Mainstreaming entsteht ein kontinuierlicher Kommunikationsprozess. Es bedarf einer kulturellen Umwandlung im Sinne von mehr Heterogenität und Beweglichkeit.
Gewinn für Studierende und Mitarbeitende der Hochschule
Die Lebenssituation der einzelnen Studentinnen und Studenten als auch der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr heterogen. Gender Mainstreaming berücksichtigt diese stärkere Individualisierung, unterstützt die Entscheidungsfähigkeit für die eigene Lebensgestaltung und trägt somit zu einer höheren Lebensqualität bei.
Mit der Erhöhung der Studienqualität als auch der Arbeitsqualität steigt langfristig die Zufriedenheit der Zielgruppen und damit auch die Motivation innerhalb der Hochschule.
Mit dem Projekt Gender Mainstreaming will die Hochschule Fulda die Geschlechtersensibilität grundsätzlich sowie bei allen Entscheidungsprozessen fördern und Maßnahmen im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Situation beider Geschlechter prüfen.
Die Hochschule Fulda hat in 2008 eine entsprechende Projektstelle eingerichtet. Zu den Aufgaben zählen
Kontakt
Birgit Hohmann, Dipl. Soziologin
Leitung Gleichstellungsbüro
Frauenbeauftragte
Marquardstr. 35
36039 Fulda
Tel. 0661 9640-939
birgit.hohmann@bitte-loeschen.hs-fulda.de
Gebäude B, Raum 108a