Elektrotechnik und Informationstechnik
Sie befinden sich hier:  HS Fulda » FB ET » Schaukasten » Schaukasten » Impressionen 1999
Impressionen 1999

Überblick

Fuldaer Elektrotechnik-Kolloquium 1999

29. Oktober 1999

Simulation

Der Hörsaal mit seinen 120 Sitzplätzen war fast zu klein für den Andrang zum diesjährigen "4. Fuldaer Elektrotechnik-Kolloquium". Die Besucher wurden mit gut ausgewählten Vorträgen, Vorführungen und lebhaften Diskussionen zum Thema "Simulation" belohnt.

 Begrüßt wurden sie vom Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik, Prof. Dr. Bernd Cuno, vom Vorsitzenden des Förderkreises, Dipl.-Ing. Bernhard Juchheim, und vom Präsidenten der Fachhochschule, Prof. Dr. Roland Schopf. Bernhard Juchheim lobte den hohen Ausbildungsstand der Absolventen, die aus dem Fachbereich Elektrotechnik der Fachhochschule Fulda kommen: "Wir haben mit ihnen sehr gute Erfahrungen gemacht."

Oberbürgermeister Dr. Alois Rhiel bedachte in seinem Grußwort das Thema "Simulation" mit einem Wort des Kirchenlehrers Augustinus, der von der "Gegenwart der Zukunft" sprach.

Auch in diesem Jahr wurde wieder der Mensch in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt. Wie wichtig dies gerade beim Thema Simulation ist, machte Tagungsleiter Prof. Dr. Timm Grams in seiner fachlichen Einführung deutlich: "Denken ist eine Art Simulation im Kopf" und "Computersimulation ist eine Erweiterung unserer Denkfähigkeit".

Im ersten Hauptvortrag fragte Prof. Dr. Bernd Schmidt von der Universität Passau: "Beginnt ein neues Zeitalter der Simulation?". Gegenstand seiner Simulationen ist der Mensch selbst - der Mensch mit seinen geistigen Fähigkeiten und seinen Emotionen.

Nach diesem visionären Einstieg gab es Informationen aus der Praxis: Manfred Hartmann (Forschung und Technologie, Deutsche Bahn AG München) und Dipl.-Päd. Dipl.-Ing. Gerd Helmchen (IABG München) machten mit Videoeinspielungen deutlich, dass Einrichtungen wie der Fuldaer ICE-Simulator dabei helfen, den dichtgedrängten Schienenverkehr von Ausbildungsfahrten zu entlasten und gleichzeitig die Ausbildung des Fahrpersonals zu verbessern. Eine erfreuliche Botschaft an Stadt und Region war die Ankündigung des erheblichen Ausbaus des Simulationszentrums der Deutschen Bahn AG in Fulda.

In seinem Beitrag über die "Simulation von Mensch und Maschine in Produktentwicklung und Fertigungsoptimierung" führte Dipl.-Ing. Joachim Schwab (EDAG Engineering + Design AG, Fulda) die Simulation von Bewegungsabläufen von Autofahrern und von Monteuren an Fertigungsstraßen vor. Zukünftig könnte die Automobilentwicklung vom ersten Entwurf bis zum Anlauf der Serie von hunderten über den gesamten Erdball verteilt arbeitenden Ingenieuren mit Hilfe vernetzter Computer durchgeführt werden.

Nach oben

Friedrich-Dessauer-Stiftungspreis

Das Kolloquium schloss mit einem weiteren Höhepunkt - der Verleihung des "Friedrich-Dessauer-Stiftungspreises" an Absolventen des Fachbereichs Elektrotechnik, denen "Fleiß, Klugheit und Beharrlichkeit" attestiert wird. Dieser Preis wird vom VDE-Bezirksvereins Rhein-Main für herausragende Diplomarbeiten vergeben und ist mit einer finanziellen Anerkennung verbunden. Die diesjährigen Preisträger sind Dirk Fischer (1. Preis), Torsten Brähler (2. Preis) und Michael Herchenhan (3. Preis). Anerkennungspreise in Form von Buchspenden erhielten Holger Hartung, Harald Schlitzer und Oliver Seuring.

Nach oben

Jahreshauptversammlung des Förderkreises FET

Vor der Tagung traf sich der Förderkreis des Fachbereichs Elektrotechnik (FET) e.V. zu seiner Jahreshauptversammlung. Die Weiterentwicklung des Fachbereichs und Möglichkeiten der Kooperation mit Unternehmen wurden erörtert. Bereits geplant ist der Ausbau um einen Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (Elektro- und Informationstechnik); ein Teilzeitstudiengang Mechatronik ist in Vorbereitung. Aus dem Kreis der Mitglieder wurde ein Studiengang "Kommunaltechnik und -management" angeregt mit den Inhalten Gas-, Wasser- und Stromversorgung, Abwasserreinigung, Facility Management und Logistik. Angesichts der Liberalisierung der Energiemärkte wird außerdem ein Vertiefungsfach Energiewirtschaft für sinnvoll und erforderlich gehalten.

Die vom Fachbereich geplanten Marketingmaßnahmen, die über Studienmöglichkeiten und Berufschancen auf dem Gebiet der Elektrotechnik informieren sollen, stießen auf große Resonanz. Es wird berichtet, dass sich derzeit ein für die Industrie bereits schmerzlicher Mangel an Ingenieuren abzeichnet. Dessen Ursache ist darin begründet, dass Anfang und Mitte der neunziger Jahre immer weniger junge Menschen ein Ingenieurstudium begonnen haben.

Der Förderkreis stellte erneut Mittel für Projekte des Fachbereichs bereit. Eines der geförderten Projekten ist die Automatisierung einer Biogasanlage in der Rhön. Weitere Fördermaßnahmen betreffen das Kolloquium, das Elektrotechnik-Seminar sowie die finanzielle Unterstützung von Studierenden bei Exkursionen und Messebesuchen.