

Die steigende und sozial ungleich verteilte Prävalenz, ihr hoher Einfluss auf Morbidität, Lebenserwartung und Lebensqualität, das hohe Risiko der Chronifizierung, die gesellschaftlichen Ursachen und die sozialen Auswirkungen lassen die Adipositas bei Kindern zu einer Herausforderung für wirksame Strategien von Public Health werden. Nach der für Deutschland repräsentativen KIGGS-Studie des Robert-Koch-Institutes in den Jahren 2003-2006 sind 15% (1,9 Mill.) Kinder und Jugendliche von 3-17 Jahren übergewichtig und 6,3% (800.000) adipös. Die Tendenz ist steigend. Auch wenn der Anstieg in den Altersgruppen unterschiedlich verläuft, liegt dieser im Vergleich zur Referenzpopulation aus den 1980er und 1990er Jahren bei 50%. Mit jeder Altersgruppe steigt die Prävalenz, wobei der Schuleintritt eine wichtige Phase zu sein scheint. Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund sind häufiger betroffen.
Im Stadtgebiet Holzminden, dem Interventionsort des Projektes Naschgarten, sind die Prävalenzdaten der Schuleingangsuntersuchungen des Gesundheitsamtes des Landkreises Holzminden überdurchschnittlich hoch. Eine mögliche Erklärung bieten die Sozialdaten der Region.
Verhaltenstherapeutische Strategien zur Bekämpfung der Adipositas wirken nicht ausreichend und nachhaltig, beinhalten zudem Risiken der Stigmatisierung sowie der Verstärkung von Essverhaltensstörungen und scheinen gerade bei sozial Benachteiligten kontraproduktiv wirken zu können. Auch die bisher gewählten Interventionen in den Settings Schule, Vorschule und Gemeinde, die auf die Veränderung der Ernährung und die Erhöhung der körperlichen Aktivität zielen, sowie die selektive Prävention in Familien mit übergewichtigen Eltern scheinen nicht durchweg wirksam zu sein.
Literatur:
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