Was ist für Menschen, die am Lebensende stehen, wirklich wichtig? Welche Formen der Betreuung, Pflege und Begleitung brauchen sie? Wie können professionell Pflegende dazu beitragen, die Lebensqualität für schwerkranke und sterbende Menschen zu maximieren? Und wie können Pflegende, Ärzte, Seelsorger und andere Berufsgruppen sowie Angehörige zusammenarbeiten, damit Patienten ihre Ziele bis an ihr Lebensende verfolgen können?
Im Weiterbildungs-Studienprogramm Palliative Care erwerben Sie Wissen über die pflegespezifischen Aspekte sowie über rechtliche, pflegequalitätsrelevante und organisatorische Fragen in palliativen Pflegesituationen. Sie schulen Ihre kommunikative Kompetenz und reflektieren Ihre eigenen Vorstellungen von Leben, Lebensbilanz, Sterben, Tod und Trauer. Dies befähigt Sie, Patienten und ihre Angehörigen in pflegerisch-therapeutischen, rechtlichen, psychosozialen und spirituellen Situationen und Fragen zu begleiten und in allen Phasen des Sterbens zu begleiten. Sie lernen Methoden zu Selbstpflege, Stressmanagement, Burnout-Prophylaxe und Bewältigungsstrategien kennen.
Durch die Kursinhalte stärken Sie Ihre Sensibilität für die besonderen Bedarfe, Bedürfnisse und Wünsche schwerkranker und sterbender Menschen und deren Angehörigen und tragen dazu bei, dass Patienten die bestmögliche Lebensqualität erreichen können. Das bedeutet konkret: Sie können pflegetheoretisch fundierte und wissenschaftlich anerkannte Konzepte anwenden und die palliative Versorgung auf dieser Basis individuell gestalten. Sie können die an der palliativen Versorgung Beteiligten beraten, integrieren und anleiten. Sie koordinieren pflegerische und pflegeergänzende Maßnahmen, die den einzelnen Menschen am Lebensende unterstützen und bleiben in Ihrem Handeln stets transparent und nachvollziehbar.
Das berufsbegleitende Weiterbildungs-Studienprogramm Palliative Care erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten und umfasst 200 Unterrichtsstunden und 80 Stunden berufspraktische Anteile (im Hospizbereich, in der ambulanten und in der stationären Palliativpflege), davon mindestens 8 Stunden in Form einer qualitifzierten Praxisanleitung durch geeignete Personen.
Die theoretischen Kursinhalte werden in vier Präsenzphasen an der Hochschule Fulda jeweils von Montag bis Samstag, sowie an zwei ergänzenden Workshop-Tagen bearbeitet.
Das Studienprogramm schließt mit einer Modulprüfung am 26. Oktober ab.
Die Weiterbildung findet an folgenden Terminen statt:
15. - 20. April 2013
10. - 15. Juni 2013
01. - 02. Juli 2013
23. - 28. September 2013
21. - 26. Oktober 2013
Grundlagen der Palliativen Versorgung (Palliative Care) und Hospizarbeit sowie Recht:
Mit dem Palliative Care Programm der Hochschule Fulda können Sie Ihr Wissen zur nationalen und internationalen Entwicklung und zu Organisationsformen und Versorgungskonzepten rund um die palliative Versorgung erweitern. Es werden Grundlagen zum Betreuungsrecht, zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, zum Deligationsrecht sowie gesetzliche und vertragliche Grundlagen der hospizlichen und palliativen Versorgung vermittelt.
Sie erwerben Grundkenntnisse zum wissenschaftlichen Arbeiten und zur Forschung und können spezifische Kompetenzen und Strukturen der Hochschule Fulda nutzen: Ihnen stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bzw. Dozenten mit ihrer spezifischen Expertise zur Verfügung, aber auch darüber hinaus z. B. die Bibliothek mit ihrem Literaturbestand.
Körperliche/medizinische Aspekte der Pflege:
Das Palliative Care Programm bietet Lehrinhalte zu symptomorientiertem Handeln anhand exemplarischer Krankheitsbilder, beschäftigt sich mit Schmerztherapie, Medikamenten- und Nebenwirkungsmanagement, Ernährung und Flüssigkeitsgabe und der Verabreichung und Überwachung enteraler und parenteraler Lösungen, der Überwachung und Pflege von Kathetersystemen wie zum Beispiel Port, zentraler Venenkatheter, Peridualkatheter und besonders auch in diesem Zusammenhang mit spezieller Mundpflege. Zudem werden spezifische Pflegephänomene wie Verdauungsstörungen, Respiratorische Symptome, Dekubitus und ulzerierende/entstellende Tumore besprochen. In hochmodernen Skills-Laps werden komplementäre Konzepte wie die Basala Stimulation, Kinästhetik, Aromatherapie vorgestellt und können praktisch geübt werden. Durch Selbsterfahrung werden die Wahrnehmung und Berührung des (eigenen und jeweils fremden) Körpers geschult.
Psychosoziale Aspekte der Pflege:
Flankierend zu allen Themenblöcken und auch in ausgewiesenen Einheiten verfolgt die Weiterbildung das Ziel, die Kommunikations- und Beratungskompetenz auszuweiten und den Blick für psychische Reaktionen und Copingstrategien zu schärfen, angepasste Umgangsformen zu entwickeln sowie die Wahrnehmung und Einbindung der Familie und des häuslichen und sozialen Umfeld zu fördern. Unter anderem steht der Kompetenzerwerb im Umgang mit existentiellen Fragestellungen und sozialberatenden Maßnahmen, die Veränderung des Körperbilds am Lebensende und dessen Einfluss auf die Sexualität sowie das Phänomen Trauer im Fokus.
Spirituelle und kulturelle Aspekte der Pflege:
Mehr als in allen anderen Bereichen spielen im palliativen Kontext Krankheit, Leid, Sterben und Tod und damit verbunden auch Lebensbilanz, Lebensintensität, Religiosität und Spiritualität sowie die individuellen Vorstellungen über ein Leben nach dem Tod eine zentrale Rolle. Diese Themen werden aufgegriffen, mit theoretischen Modellen begründet und im interaktiven Prozess mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bearbeitet. Besonders werden die Themen Trauer und Verlust, Symbolsprache und Bedeutung von Ritualen kontextbezogen aufgegriffen und vertieft.
Ethische Aspekte der Pflege:
Die Grundlage der Ethik, Fragen zu Euthanasie, Sterbebegleitung, Sterbehilfe sowie Methoden und Formen des Umgangs mit Sterbenden und Verstorbenen und deren Angehörigen und Bezugspersonen werden aufgegriffen und fallbezogen besprochen. So zum Beispiel auch der Themenkreis Wahrheit am Krankenbett, der eng verbunden ist mit den psychosozialen sowie spirituellen und kulturellen Aspekten der Pflege.
Organisatorische Aspekte und das Team:
Der Organisation von Palliative Care, der Sorge und dem Handeln mit und für Menschen in der letzten Lebensphase und hier speziell in der palliativen Pflege liegen Qualitätskriterien zugrunde. Die Bedeutung von Qualitätssicherung, Dokumentation und Anwendung von evidenzbasierten Standards werden im Programm erörtert.
Besonders aber Aspekte der Teamarbeit, die Selbstpflege, Stressmanagement, Bewältigungsstrategien, Burnout-Prophylaxe für die Mitarbeitenden selbst spielen während des gesamten Programms eine Schlüsselrolle. Hier werden Ressourcen identifiziert, denen sich professionell Pflegende in den unterschiedlichen Situationen bedienen können und die dazu beitragen, dass Pflegende die eigene Gesundheit erhalten und fördern.
Inhaltlich entspricht die Weiterbildung der Hessischen Weiterbildungs- und Prüfungsordnung für die Pflege und Entbindungspflege (WPO) vom 06. Dezember 2010.
Nach Abschluß der Modulprüfung und der anschließenden staatlichen Abschlussprüfung gemäß WPO erhalten die Teilnehmer/innen die Erlaubnis zur Führung der Weiterbildungsbezeichnung "Fachpflegerin oder Fachpfleger für Palliative Versorgung"
Das Studienprogramm Palliative Care richtet sich an alle Interessierten mit Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung als Gesundheits- und (Kinder) Krankenpfleger/in oder Altenpfleger/in.
Die Hochschule Fulda hat die Staatliche Anerkennung als Weiterbildungseinrichtung für die Weiterbildung Palliative Versorgung.
Das Programm wird nach der hessischen Weiterbildungs- und Prüfungsordnung für die Pflege- und Entbindungspflege (WPO-Pflege) vom 6. Dezember (GVBI. S. 654) durchgeführt.
1.590,00 EUR inklusive aller Studienmaterialien
Zusätzlich fallen Prüfungsgebühren für die Abschlussprüfung beim Regierungspräsidium an.
Für Ihre Fragen stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW).
Tel.: 0661 9640 - 7414
Fax: 0661 9640 - 7419
E-Mail: weiterbildung@bitte-loeschen.hs-fulda.de