Dienstag, 15. Januar 2008, 19.00 Uhr, Raum P 217
Ein Vortrag von Dr. Otti Stein, Deutscher Entwicklungsdienst, Bonn, im Rahmen der Fuldaer Abende für Sozialrecht, Migration und Sozialpolitik.
Markus Sterr und Sandra Poschman vom Deutschen Entwicklungsdienst (DED) referierten beim Fuldaer Abend der Hochschule zum Thema "Entwicklungszusammenarbeit und Kultur"
Der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften empfing zum gestrigen Vortrag zwei Praktiker aus der Entwicklungszusammenarbeit.
Die an Stelle der angekündigten Dr. Otti Stein angereisten Referenten konnten reiche persönliche Erfahrungen in ihren Vortrag einfließen lassen - und machten die Zuhörer bekannt mit Problemfeldern der Entwicklungszusammenarbeit aus so unterschiedlichen Regionen der Welt wie Mali, Ecuador oder Jemen.
Der Deutsche Entwicklungsdienst arbeitet seit 1963 in der Entwicklungszusammenarbeit.
Im Zuge eines Paradigmenwechsels und der Orientierung weg von einseitiger Hilfe hin zu Kooperation mit dem Entwicklungsland ersetzte dieser Begriff denjenigen der Entwicklungshilfe. Der Verband entsendet momentan ca. 1000 Entwicklungshelfer in 45 Länder.
Kultur und Entwicklung würden stark zusammenhängen, Kultur beeinflusse wirtschaftliches Verhalten – und Entwicklungszusammenarbeit sei immer Einmischung in Kultur, betonte Markus Sterr.
Eine Studie vom Beginn der 90er Jahre habe aber aufgezeigt, dass 50% der zu dieser Zeit vom DED geförderten Projekte spezifische sozio-ökonomische, politische oder eben kulturelle Gegebenheiten in den Projektländern ignorierten.
In seinem Vortrag erläuterte Sterr anhand von Praxisbeispielen, wie der Aspekt der Kultur in den letzten Jahren stärker in die Arbeit in Entwicklungsländern einfließe. Er sprach zum Beispiel über den Erhalt traditionellen Handwerks im Niger oder Straßentheater zum Thema Gewalt in Ecuador.
Interkulturelle Problemfelder müssten neu definiert werden.
„Der DED arbeitet dialogorientiert", sagte Sterr, der in Bonn, dem Sitz des DED, als Fachreferent für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung tätig ist und selbst lange als Entwicklungshelfer in Ghana und Ecuador arbeitete.
Sandra Poschmanns Beitrag bot noch mehr Einblicke in die Praxis und die interkulturellen Aspekte der Entwicklungszusammenarbeit. Sie brachte frische Erfahrungen aus einem Kulturprojekt in der Stadt Sana'a in Jemen mit, aus dem sie erst vor ca. zwei Monaten zurückgekehrt ist. Anschaulich stellte sie dar, wie sich soziale und kulturelle Tradition in der historischer Bausubstanz im alten Stadtkern spiegele, und wie die Einzug haltende Moderne diese Strukturen verändere.
Die Architektin und Denkmalpflegerin arbeite über zwei Jahre lang mit am Erhalt des historischen Zentrums der Stadt, das als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde. Diese Arbeit am traditionellen „Gesicht der Stadt" sei auch eine Arbeit für die Menschen vor Ort, indem sie deren kulturelle Wurzeln erhalte und Lebensbedingungen verbessere, so Poschmann.
Im Anschluss an den Vortrag mussten sich die Referenten den kritischen und kompetenten Fragen des Publikums stellen. Für die Professoren und Studierenden des Fachbereichs war der Abend ein sowohl örtliches als auch inhaltliches Heimspiel – beschäftigen sich doch sowohl der Bachelorstudiengang „Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen" als auch der Masterstudiengang „Intercultural Communication and European Studies" intensiv mit dem Thema der interkulturellen Kommunikation und mit Projektmanagement im globalen Kontext.
Die Veranstaltung – einer der „eher punktuellen Berührungspunkte" der Praktiker mit der Wissenschaft, wie Sterr erklärte - trug so für Referenten wie Publikum Früchte.
Der nächste Fuldaer Abend findet erst im Frühjahr zum nächsten Semester statt. Termine und Inhalte werden frühzeitig veröffentlicht. Die Bilanz dieses Semesters lässt auf Interessantes hoffen
Dienstag, 18. Dezember 2007, 19.00 Uhr in der Halle 8 der Hochschule Fulda
Am kommenden Dienstag werden sich in Fulda Politiker von vier Parteien den Fragen des akademischen Nachwuchses und der Öffentlichkeit zum Thema Integrationspolitik stellen. Der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule veranstaltet eine Podimsdiskussion zum Thema Migration und Integration in Hessen. Vertreten sein werden SPD, CDU, FDP sowie die Grünen. Eingeladen sind Staatssekretär Dr. Walter Arnold, CDU, Sabine Waschke, Mitglied des Landtagsliste der SPD, Jürgen Lenders, FDP-Direktkandidat sowie Tarek al Wazir, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag. Prof. Dr. Heinrich Bollinger, Dekan des Fachbereichs, betonte, dass die Veranstaltung auf eine studentische Initiative zurückgehe. Die Idee zur Veranstaltung stammt von Gökhan Sezgin, Student des Studiengangs “Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen”. Integration und Migration seien zentrale Themen seines Studiums, und er habe diese Inhalte mit der politischen Realität in Verbindung bringen wollen - „ganz im Zeichen der kommenden Landtagswahl, bei der Integration neben der Bildungspolitik ein zentrales Thema sein wird“. Sezgin hofft, dass beide Seiten davon profitieren werden, politische und akademische Ansichten und Überlegungen auszutauschen. Er sieht die Podiumsdiskussion als Auftakt zu einer Reihe ähnlicher Veranstaltungen, bei denen mit Politik und Öffentlichkeit diskutiert werden kann, was im Studium erarbeitet wurde. „Ich freue mich auf lebendige Diskussionen.“ Dem Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften war im Oktober im Rahmen des “Hessischen Integrationspreises 2007” von der Hessischen Landesregierung ein Ehrenpreis für die Einrichtung des migrations- und integrationsorientierten Studiengangs verliehen worden. Die Veranstaltung zeige, so Dekan Bollinger, dass die Auszeichnung die Studierenden in ihrem Bemühen stärke, sich an öffentlichen und politischen Debatten zu beteiligen. Die Veranstaltung beginnt um 19.00h in Halle 8 auf dem Campus der Hochschule.
Freitag, 14. Dezember 2007 bis Samstag, 15. Dezember 2007, 09.00 Uhr, Raum P 026
Magnus Gustavsson, Stockholm University, Business School
Blockveranstaltung
Dienstag, 11. Dezember 2007, 19.00 Uhr
Rechtsreform im Südkaukasus
Wolfgang Reimers, Präsident des Verwaltungsgerichtshof Kassel sprach auf dem gestrigen Fuldaer Abend der Hochschule zur Rechtsreform im Südkaukasus
Unabhängige und unparteiische Richter, das Recht auf einen fairen Prozess und gut ausgebildete, in Fachgebieten spezialisierte Anwälte – zentrale Aspekte des Rechtsystems, die wir in Deutschland als selbstverständlich ansehen. In Georgien, Armenien, Aserbaidschan sieht diese Realität anders aus.
Wolfgang Reimers, den Hochschulpräsident Roland Schopf als „einen der höchsten Richter Hessens“ begrüßte, arbeitet neben seiner Richtertätigkeit seit Jahren mit an dem Ziel, demokratische Strukturen in den Rechtssysteme dieser postsowjetischen Staaten zu verankern. Er ist als Rechtsberater im Südkaukasus tätig.
Prinzipien wie das Gewaltmonopol des Staates oder die Gewaltenteilung müssten laut Reimers nach Jahren sowjetischer Herrschaft auf dem Kaukasus erst wieder internalisiert werden. Man müsse Entscheidungsträgern vermitteln, „dass ein Richter sein Urteil nicht davon abhängig machen kann, dass der Präsident bei ihm anruft“, erläuterte er anschaulich.
Organisiert und finanziert wird das Projekt der Rechts- und Justizberatung im Südkaukasus durch die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), welche als entwicklungspolitisches Bundesunternehmen Transformationsprozesse in den verschiedensten Regionen der Erde unterstützt.
Reimers betonte, dass die Förderung von Rechtstaatlichkeit und Sicherheit zentrale Aspekte innerhalb der Arbeit der GTZ seien, die seit 1992 auf dem Südkaukasus aktiv sei. Um die genannten Ziele zu erreichen, entsende die Organisation Kurzzeitexperten, welche beim Entwurf von Gesetzen oder bei der Ausbildung von Richtern in der Region Unterstützung leiste.
Wer Reimers gestern Abend zuhörte, erkannte schnell die Expertise, die auf der jahrelangen Tätigkeit in der Region gründet: Er erläuterte politisch-historische Aspekte, wie das Problem der von Georgien und Armenien seit Jahrzehnten umstrittenen Enklave Bergkarabach, die teils schwierigen nachbarschaftlichen Beziehungen in der Region, bedingt durch armenisch-türkische Spannungen oder den Einfluss des Iran. Genauso anschaulich wurden globale Zusammenhänge dargelegt; etwa die Bestrebungen der armenischen Diaspora in den USA auf die Region einzuwirken.
Gleichzeitig berichtete er aus der spannenden Praxis seiner Beratertätigkeit: Er erklärte die Bedeutung neuer Kader, welche die alten Eliten ablösen und frischen Wind in Justizsystem und Gesellschaft bringen könnten; und sprach von der wichtigen Erkenntnis, dass regionale Besonderheiten nicht gänzlich ignoriert, und strukturelle Reformen letztendlich in Eigenverantwortlichkeit durchgeführt werden müssten.
„Sie wollen das deutsche System nicht einfach übernehmen,“ berichtete Reimers, aber viele Aspekte hätten sie angenommen. Historisch und politische seit langem durch die Interessen fremder Mächte – Osmanen, Russen, Europäer - geprägt, sei die Region anfällig für das Wiederaufflammen alter Konflikte und Spannungen.
Es sei noch ein langer Weg, beschloss der Verwaltungsrichter seinen Vortrag. „Aber es gibt Hoffnung“, betonte er. Man mache viele, kleine positive Erfahrungen.
In Vorfeld des Abends sowie beim gemütlichem Ausklang bei Brezeln und Wein wurde wieder deutlich, wie die informelle und informative Atmosphäre der Fuldaer Abende Austausch zwischen Studenten verschiedener Semester und Fachbereiche und Professoren ermöglicht; nehmen Letztere doch bei dieser Gelegenheit einmal wie Studenten Platz in den Reihen des Lehrsaales und werden zu Zuhörern, Interessierten, Fragenden.
Wünschenswert wäre es, dass diese interessante Konstellation in nächster Zeit noch erweitert wird durch zahlreiche hochschulexterne Interessierte.
Fuldaer Abende stehen jedem offen, der den Weg dorthin findet. Am 15. Januar 2008 wird Dr. Otti Stein vom Deutschen Entwicklungsdienst in Bonn zum Thema „Entwicklungszusammenarbeit und Kultur“ sprechen. Der Vortrag wird sicher wieder viele wissenswerte und neue Anregungen bieten – und Sie sind herzlich eingeladen.
Freitag, 23. November 2007, 09.00 Uhr, Raum P 218
Ein Seminar mit dem UN-Experten Erik Palstra
For two days, ICEUS students studied intensely how international organisations and governments work together, and they will learn about their opportunities, challenges and limitations, as well as about the intercultural aspects that can be observed while working with persons and organisations from different parts of the world. Erik Palstra who has been teaching ICEUS students for several years visited the Department of Social and Cultural Studies from November 22 through November 24 to share his broad experience gathered during his work at the United Nations with the ICEUS first semester students and to run a simulation of the 2005 World Summit follow-up where actions that would be needed to achieve the Millenium Development Goals (MDGs) are being discussed.
Currently working as a freelancer for the UN and other organisations, Erik Palstra last worked as Deputy Director and Senior External Relations Officer at the United Nations Population Fund (UNFPA) in Geneva, Switzerland. Palstra lectured and researched in the field of Public Administation at the Free University Amsterdam before he joined the UN in 1981. He had programme assignments in Gabon, Jamaica, Bangladesh, India, New York and Vietnam. From 1991 to 1996, he was engaged as population specialist at the World Bank, Washington DC. He has over 20 years experience working in developing countries, promoting development agenda, government ownership and inter-agency cooperation, implementing UN reform agenda for the UN system, with special attention to health sector reform and sector wide programming.


Freitag, 23. November 2007, 12.30 bis 15.30 Uhr, Raum P217
Dr. Anne-Katrin Neyer, Universität Erlangen
Gastvortrag BASIB/ICEUS


Donnerstag, 22. November 2007, Raum P 217
Karsten Schmidt, Volkswagen AG
Gastvortag BASIB/ICEUS
Dienstag, 13. November 2007, 19.00 Uhr, Raum P 217
Ein Vortrag von Folkert Kiepe, Deutscher Städtetag, Köln, im Rahmen Rahmen der Fuldaer Abende für Sozialrecht, Migration und Sozialpolitik.
Plädoyer für eine starke europäische Stadt - Mitglied des Deutschen Städtetags beim Fuldaer Abend der Hochschule
Die europäische Stadt, wie wir sie kennen, ist bedroht! Diese These stand im Mittelpunkt des Fuldaer Abends für Sozialrecht, Migration und Sozialpolitik der Hochschule Fulda.
Folkert Kiepe vom Deutschen Städterat in Köln erläuterte dass das traditionsreiche Profil einer europäischen Stadt sich stark verändert - weg vom historischen Stadtkern und bürgernahen demokratischen Strukturen. Er betonte, dass Europa in seinen Augen die Stadt braucht - um Demokratie zu stärken und seine Bürger zu mobilisieren.
Engagiert und mit goßer Fachkenntnis trug Folkert Kiepe sein Anliegen vor. Er skizzierte zunächst die europäischen Stadt mit ihrer historisch erwachsenen Selbstverwaltung als Ort, an welchem sich Handel und Verkehr, Jung und Alt, Alteingesessen und Fremd begegnen und organisieren.
Weiter zeigte er auf, wie dieses alte europäische Konzept durch neuere Entwicklungen in Gefahr geraten ist – wie etwa den wachsenden europäischen Binnenmarkt und die mit ihm einhergehende Angleichung lokaler Standards an europäische Normen. Er nannte Privatisierungen und die geringere Einflußnahme durch die kommunalen Verwaltungen als Gründe für die Gefährdung der Städte - sowie auch die vielbeklagte Schieflage der kommunalen Kassen und die Verlagerung des Zentrums der Aktivität, des Lebens einer Stadt, auf die Außenbezirke.
Kiepe machte deutlich, welche Bedeutung die Stadt als Verwaltungseinheit in der Europäischen Gemeinschaft für ihn hat. „Ein dezentrales Verwaltungsystem ist flexibel“, betonte er, und könne so die Gesellschaft vor Ort fördern. „Kein noch so kluger Expertenkopf in Brüssel kann wissen was lokal richtig ist.“
Kiepe eröffnete auch Alternativen, sprach davon die Chancen des demographischen Wandels zu nutzen und Städte durch kompakte Infrastruktur für ältere Bürger attraktiv werden zu lassen. Lokale Autonomie müsse gefördet werden, betonte Kiepe.
Die Stadt sei ein lebendiger Ort, mit dem sich Bürger identifizieren könnten, schloß er, und effiziente Städte hätten eine effiziente Europäische Union zur Folge. Dieses große Gebilde mit seinen 94 Mio Einwohnern sei nur dezentral zu organisieren - „und eine neue EU braucht starke Städte.“
Fazit: Städte in Europa müssten revitalisiert werden.
Organisiert werden die Fuldaer Abende seit 2004 vom Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda, dessen internationale und sozialpolitische Ausrichtung in den Themen der Veranstaltungsreihe zum Tragen kommt.
Die vielen anwesenden internationalen Studenten werden mit der Institution „Deutscher Städtetag“ zunächst nicht viel anzufangen gewusst haben, denn der freiwillige Zusammenschluß großer kreisfreier Städte und Stadtstaaten ist in den Medien wenig präsent; seine Aufgabe ist es, zu informieren, zu beraten und die aus dem Hintergrund politisch Einfluß zu nehmen.
Die Veranstaltung fand gestern zum ersten Mal in den Räumen des neu in Betrieb genommen Gebäude des Fachbereichs statt, wo in gemütlicher Armosphäre, bei Brezeln und Wein, der Abend nach der Veranstaltung ausklang.
Am 11. Dezember wird der nächste Vortrag mit Wolfgang Reimers vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof zum Thema „Rechts- und Justizreform im Südkakasus“ stattfinden, der hoffentlich erneut durch interessante Anregungen und Ansätze in Erinnerung bleiben wird.
Freitag, 26. Oktober 2007, Wiesbaden, Schloss Biebrich
Für die Einrichtung des Studiengangs Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen erhielt der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda einen Ehrenpreis des Hessischen Sozialministeriums. Die Hessische Landesregierung vergibt seit 2004 in jedem Jahr den "Hessischen Integrationspreis" für herausragende Bemühungen im Sinne erfolgreicher Integration an engagierte Initiativen in Hessen. Die Verleihung des Ehrenpreises durch Sozialministerin Lautenschläger fand am 26. Oktober in Schloss Biebrich statt.
Freitag, 19. Oktober 2007 - Samstag, 20. Oktober 2007, 9.30 bis 16.00 Uhr, Raum P 026
Blockveranstaltung BASIB, Modul 9 Handlungskompetenz, veranstaltet von Birgit Schneider, München.



