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Internationaler Abend

Rodion Kramarchuk

Vom Orient nach Südamerika an einem Abend

Benefizveranstaltung für den Förderverein für internationale Studierende an der Hochschule Fulda

 

Es war perfekte Akrobatik. Als Rodion Kramarchuk mit einem Salto von der Bühne ins Publikum sprang, schien es, als präsentiere sich hier ein Profi seinem Publikum. Doch der Akrobat ist Student an der Hochschule Fulda und beschäftigt sich eigentlich mit „Interkultureller Kommunikation und Europastudien“.  Speziell für den Internationalen Abend hatte er mit seiner Kommilitonin Maria Lebedeva, auch aus Sergiev Posad,  eine Breakdance-Darbietung einstudiert. Und zwar eine ungewöhnliche Variante: Breakdance auf russischen Hip Hop. So stellte er den Zuschauern seine Heimat vor: das moderne Russland.

Orientalischer Bauchtanz

Das war jedoch nur einer der Höhepunkte bei dem internationalen Fest an der Hochschule Fulda. Denn die Zuschauer machten eine musikalische und höchst emotionale Reise durch sämtliche wichtigen Kulturräume: von Asien über Afrika und Europa bis nach Lateinamerika. Sie ließen sich von den afrikanischen Trommeln in den Bann ziehen, ließen sich in die entrückte Welt balinesischer Tempel entführen von den fremd anmutenden Klängen, dem kunstvollen Tanz und dem prächtigen Kostüm der Tänzerin aus Bali, das im Scheinwerferlicht glitzerte als sei es aus Gold, ließen sich von den lateinamerikanischen Rhythmen gefangen nehmen – und sie genossen die anmutigen Tänze aus dem Schwarzmeerraum.

Afrikanischer Tanz

Die Benefizveranstaltung zugunsten des Fördervereins für internationale Studierende an der Hochschule Fulda, in dem auch die Stadt Fulda institutionelles Mitglied ist, fand im Rahmen der Hochschultage statt. Der Vorsitzende des Fördervereins, Prof. Dr. Heinrich Bollinger, lobte die „uneingeschränkt gute Kooperation mit der Ausländerbehörde in Fulda“. Sie schaffe die notwendigen Rahmenbedingungen. „Fulda ist ein guter Standort für internationale Studierende“, betonte er. Und der Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Roland Schopf, dem die Internationalisierung der Hochschule in den vergangenen zehn Jahren ein besonderes Anliegen war, erklärte: „Es ist unser Ziel, im Rahmen des Hochschulausbaus die Zahl der Studenten aus dem Ausland weiter zu steigern.“ Derzeit studieren rund 450 internationale Studentinnen und Studenten aus 70 Nationen an der Hochschule Fulda.

Traditioneller balinesischer Tanz


Insgesamt 350 Gäste waren in die Hochschule gekommen, unter ihnen der Stadtrat  Dr. Wolfgang Arnold und der Erste Kreisbeigeordnete Heiko Wingenfeld. Ebenso dabei der Rektor der Technischen Universität Moskau, Außenstelle Sergiev Posad - Partneruniversität der Hochschule Fulda. Prof. Dr. Sergej Klenikow freute sich nicht nur, die sechs Studierenden seiner Universität wiederzusehen, die derzeit an der Hochschule Fulda sind. Er machte auch die Erfolge der vor genau fünf Jahren begonnen Zusammenarbeit deutlich: „Anfangs waren es nur wenige Studierende, die Deutsch lernten. Heute sind es 60“, sagte er. „Die Besten von ihnen bekommen die Möglichkeit, nach Fulda zu gehen.“

Rund 1.000 Euro brachte die Veranstaltung in die Kasse des Vereins, der in diesem Jahr sein 10 Jähriges Bestehen feiert. Jeder privat eingeworbene Euro wird vom DAAD, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, verdoppelt. Aus diesen Mitteln werden Stipendien für die Schlussphase des Studiums finanziert, damit sich die Studierenden auf ihre Abschlussarbeiten konzentrieren können. Acht bis 10 Stipendien vergibt der Verein jährlich. 

Die Vorbereitung des Internationalen Abends lag in den Händen der internationalen Studierenden. Seit Januar dieses Jahres stellte ein Organisationsteam das kulturelle Programm zusammen, plante das Buffet mit kulinarischen Köstlichkeiten aus 30 Ländern und probte den Ablauf des Abends. „Auch das war eine interkulturelle Erfahrung“, resümiert Ulrike Wiegand, Referentin für das Ausländerstudium im International Office an der Hochschule Fulda.