Pflege und Gesundheit
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Klimawandel und Gesundheit

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Wie müssen sich Strategien von Risikokommunikation, Gesundheitsschutz, Prävention und Gesundheitsversorgung auf die neuen Herausforderungen einstellen, die mit der Veränderung des Klimas verbunden sind? Der Forschungsschwerpunkt wird im Rahmen eines größeren Vorhabens aufgebaut, das Teil des BMBF-geförderten Projektes KLIMZUG-Nordhessen (Klimawandel zukunftsfähig gestalten) ist.

Laufzeit: 01.07.2008 - 31.06.2013

Strategien zur Prävention klimabedingter Gesundheitsrisiken in Nordhessen - Die Hochschule Fulda forscht in der Modellregion für Klimaanpassung

Mit der Veränderung des Klimas verändern sich auch gesundheitliche Risiken: So wird die Erhöhung vor allem der Wintertemperaturen voraussichtlich auch in der Region Nordhessen zu besseren Überlebenschancen von für Menschen gefährlichen Mikroorganismen und ihren Reservoir-Wirten wie Mücken oder Zecken führen. Die Zunahme sommerlicher Hitzeperioden ohne nächtliche Abkühlung stellt insbesondere für ältere Menschen eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar. Angesichts der steigenden Zahl von allein lebenden über 75jährigen Menschen in der ländlichen Region Nordhessens ist auch die Aufrechterhaltung der ambulanten pflegerischen Versorgung bei der erwarteten Zunahme von Unwetterstürmen eine Herausforderung. Wie solche Risiken rechtzeitig erkannt werden können, wie ihnen vorgebeugt werden kann und wie die Versorgungsprobleme zu lösen sind, ist Gegenstand eines fünf Jahre dauernden, mit einer halben Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes am Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda. Der Fachbereich kooperiert dabei sehr eng mit dem Gesundheitsamt der Region Kassel, der Universität Kassel und dem Regionalmanagement Nordhessen. Das Projekt ist Teil eines mit 10 Millionen Euro geförderten Großprojektes, das Nordhessen zu einer Modellregion für Klimaanpassung macht.

Fragen der Klimaanpassung zu den Bereichen Energie, Technik, Tourismus, Verkehr und Gesundheit werden im dem Modellprojekt in achtzehn Forschungsprojekten und neun Praxisprojekten zum Thema Klimaanpassung bearbeitet. „Das ist eine riesige Chance für die Region“, sagten Universitäts-Vizepräsident Prof. Dr. Alexander Roßnagel und Holger Schach, Geschäftsführer des Regionalmanagements. Denn Dank der Fördermittel sei es möglich, die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien, Verfahren und Strategien zur Anpassung an den Klimawandel in Nordhessen stärker voranzutreiben. „Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Kassel und der Hochschule Fulda in diesem Modellprojekt unterstreicht einmal mehr die strategische Partnerschaft, die wir seit einigen Jahren erfolgreich pflegen“ so der Präsident der Hochschule Fulda Prof. Dr. Roland Schopf.

„KLIMZUG“ – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten – heißt der zweistufige Wettbewerb, in dem sich Nordhessen mit einem Konzept als Klimaanpassungsnetzwerk Nordhessen gegen harte Konkurrenz behauptete. Ziel des BMBF-Projektes ist es, die zu erwartenden Änderungen im Klima und seine extremen Wetterausprägungen in regionale Planungs- und Entwicklungsprozesse zu integrieren. Es sei erforderlich, regionale Anstrengungen nicht nur zum Schutz des Klimas, sondern insbesondere auch zum Schutz der Menschen vor Klimawirkungen zu stärken, heißt es in der ministeriellen Projektbeschreibung. Da der größte Teil der Volkswirtschaft direkt oder indirekt von Klima und Wetter abhänge, sei neben verbessertem Klimaschutz eine verbesserte Anpassung an Klima und Wetter von hoher Relevanz für die Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen und damit, zumindest in vielen Teilbereichen, für den Erhalt von Arbeitsplätzen.

„Mit welchen gesundheitlichen Risiken gerechnet werden muss, ist bereits relativ gut bekannt“, so die Fuldaer Projektleitung Prof. Dr. med. Annette Grewe „aber nicht wie sich eine Region auf diese Risiken vorbereiten kann. Was wir vorhaben, ist typische anwendungsbezogene Forschung.“ Das Fuldaer Team, an dem auch Prof. Dr. Thilo Schlott und Prof. Dr. Beate Blättner beteiligt sind, befasst sich dabei vor allem mit vier Fragen, die aus dem Bedarf der Region abgeleitet sind: Wie kann mit Hilfe von entsprechend angeleitenden Bevölkerungsgruppen eine Überwachung der Verbreitung von Mücken und Zecken mit für den Menschen gefährlichen Krankheitsüberträgern erfolgen und kann dies zu einer sachgerechten Aufklärung der Bevölkerung beitragen? Können über eine aufsuchende Prävention durch eine entsprechend qualifizierte Pflegefachkraft in Stadt und Landkreis Fulda die gesundheitlichen Risiken bei allein lebenden älteren Menschen reduziert werden, die nicht schon pflegerische Leistungen in Anspruch nehmen müssen? Wie hängen mentale Leistungsfähigkeit und gesundheitliches Wohlbefinden vom Innenraumklima ab und wie kann dies insbesondere für eine bessere Versorgung stationär gepflegter Menschen mit dementiellen Erkrankungen nutzbar gemacht werden? Wie lässt sich ambulante pflegerische Versorgung in schwer erreichbaren ländlichen Regionen bei Unwetterstürmen aufrechterhalten? Die Erkenntnisse können dann auch für andere Regionen nutzbar gemacht werden.

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Henny Annette Grewe (Projektleitung), Tel: 0661/9640-625 oder -600, E-Mail: grewe@bitte-loeschen.hs-fulda.de

 

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