

PRESSENOTIZ
Industriepromotion zum Dr.-Ing. an der TU Ilmenau
Absolvent des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule Fulda hat promoviert
An der Fakultät für Informatik und Automatisierung der Technischen Universität Ilmenau wurde Herr Dipl.-Ing. (FH) Daniel Goldbach zum Doktoringenieur (Dr.-Ing.) promoviert.
Die von Herrn Goldbach vorgelegte Dissertationsschrift trägt den Titel „Zur Verbesserung des Fahrverhaltens von Zugfahrzeug-Anhänger-Gespannen“. Heutige Kraftfahrzeuge weisen im Allgemeinen sehr gute Fahreigenschaften auf, welche sich jedoch verschlechtern, wenn Sie mit einem Anhänger zu einem Zugfahrzeug-Anhänger-Gespann kombiniert werden. Herr Goldbach widmet sich in seiner Dissertation im Wesentlichen der Erhöhung der Fahrsicherheit bei schneller Vorwärtsfahrt durch die Dämpfung der Anhängerpendelschwingungen, der Schadensvermeidung beim Durchfahren enger Kurven durch Reduktion des Kurvenschneidens und der Entlastung des Fahrers beim Rückwärtsfahren durch Rückwärtsfahrtstabilisierung über das Einregeln eines Sollknickwinkels, wobei er von den möglichen und sinnvollen Lösungsansätzen die Querverschiebung des Kupplungspunkts durch einen Elektroantrieb wählt. Die Stärken der Arbeit liegen nach Meinung der Gutachter in der ganzheitlichen Durchdringung des Themas von der Problemanalyse über die Reglerauslegung unter Anwendung neuerer theoretischer Verfahren und Methoden bis zur technischen Umsetzung und dem Praxistest am prototypischen Aufbau an einem Fahrzeug mit anschließenden Fahrversuchen. Besonders hervorzuheben ist die nahezu unmittelbare Verwertbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse.
Das Promotionsverfahren wurde an der Technischen Universität Ilmenau im Februar 2008 eröffnet. Nach der Begutachtung der Arbeit durch drei Gutachter (Professoren der Technischen Universität Ilmenau, des Fraunhofer-Instituts Systemtechnik sowie der Hochschule Fulda) war für Herrn Goldbach zunächst das Rigorosum zu überstehen. Diese „strenge Prüfung“ bzw. nichtöffentliche wissenschaftliche Aussprache erstreckte sich nicht nur über das Themengebiet der Arbeit, sondern auch über benachbarte Disziplinen, bei Herrn Goldbach zum Beispiel über Digitale Regelungen und Modellbildung. Danach musste der Kandidat seine Dissertationsschrift in einer öffentlichen wissenschaftlichen Aussprache gegenüber der Prüfungskommission sowie dem anwesenden Fachpublikum verteidigen. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Promotionsverfahrens wurde die Dissertation anerkannt. Damit hat Herr Goldbach den Nachweis der Befähigung zu vertiefter selbständiger wissenschaftlicher Arbeit erbracht.
Herr Daniel Goldbach wurde am 27. September 1977 in Fulda geboren. Nach seinem Abitur an der Freiherr vom Stein Schule Fulda studierte er an der Hochschule Fulda Elektrotechnik und Informationstechnik mit dem Studienschwerpunkt Automation und Robotik. Nach seinem Abschluss als Dipl.-Ing. (FH) war Herr Goldbach bei der Daimler AG im Bereich Forschung und Technologie tätig. Durch ein dreijähriges Promotionsprogramm erhielt er von seinem Arbeitgeber den nötigen Freiraum zur Durchführung seiner wissenschaftlichen Arbeit. Ende 2006 wechselte Herr Goldbach zur EDAG GmbH & Co. KGaA*, wo er als Entwicklungs- und Projektingenieur tätig ist.
Während Fachhochschulabsolventen früher die Promotion nur nach einem zeitaufwändigen Zusatzstudium möglich war, konnte Herr Goldbach die Eignung für die Zulassung zur Promotion durch ein inzwischen an der Technischen Universität Ilmenau eingeführtes Eignungsfeststellungsverfahren nachweisen. Die hierfür zu absolvierenden vier Prüfungen bestand Herr Goldbach mit sehr gutem Erfolg, das schließlich von der Promotionskommission vergebene Gesamtprädikat der Promotion magna cum laude entspricht der Note „sehr gut“, ein Beweis auch für die an der Hochschule Fulda genossene gründliche Ausbildung auf hohem Niveau.
Das kooperative Promotionsverfahren wurde zwischen der Fakultät für Informatik und Automatisierung der Technischen Universität Ilmenau und dem Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule Fulda abgewickelt, wobei Prof. Dr.-Ing. Bernd Cuno die Hochschule als Betreuer, Gutachter sowie Prüfer vertrat.
* Die EDAG Gruppe ist eines der weltweit größten Engineering Unternehmen für die internationale Automobil- und Luftfahrtindustrie und betreut Großprojekte für die Entwicklung von Fahrzeugen und Produktionsanlagen bis zum Anlagenbau und der Kleinserienfertigung.