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Promotion zum Dr.-Ing. an der TU Ilmenau
Absolvent des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule Fulda hat promoviert
An der Fakultät für Informatik und Automatisierung der Technischen Universität Ilmenau wurde Herr Dipl.-Ing. (FH) Thomas Glotzbach zum Doktoringenieur (Dr.-Ing.) promoviert.
Die von Herrn Glotzbach vorgelegte Dissertationsschrift trägt den Titel „Ein Beitrag zur Steuerung von mobilen Systemen auf Grundlage der Bioorientierten Adaptiven Autonomie“. Während die Forschung im Bereich mobiler unbemannter Systeme ständig an Bedeutung gewinnt, erschweren unterschiedliche Vorstellungen der Bedeutung des Begriffes „Autonomie“ dabei eine notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit von Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen. Herr Glotzbach schlägt daher mit der Bioorientierten Adaptiven Autonomie ein neuartiges Verständnis des Begriffes Autonomie vor, welche als variabler Zustand in einem Spektrum zwischen vollautonom und teleoperiert betrachtet wird. Gleichzeitig kann der Autonomiegrad von Systemen durch einen Softwareadapter während der Missionsausführung ständig den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Eine entsprechende Auffassung gestattet viele aktuelle Fragestellungen zu beantworten, etwa, in wiefern ein menschlicher Operator in die Missionsausführung eingreifen kann, oder wie eine Zusammenarbeit von einzelautonomen Systemen in einem Team verwirklicht werden kann. Im Rahmen seiner Arbeit werden unterschiedliche Umsetzungen von Teams aus unbemannten mobilen Systemen beschrieben und im Rahmen des neuentwickelten Autonomiekonzeptes interpretiert. Dabei werden verschiedene wissenschaftliche Methoden angewandt und verglichen. Als neuartig wird ein hybrider Ansatz mit analytischen, regel- und graphenbasierten Umsetzungen angegeben. Dieser wird mit alternativen stochastikorientierten Verfahren, welche als Verweise auf weitere Arbeiten des Autors angegeben werden, sowie einem aus der Literatur entnommenen rein analytischen Ansatz verglichen. Ein wertender Vergleich der unterschiedlichen Realisierungsmöglichkeiten wird besonders im Hinblick auf praxistaugliche Anwendungen vorgenommen.
Das Promotionsverfahren wurde an der Technischen Universität Ilmenau im Februar 2009 eröffnet. Nach der Begutachtung der Arbeit durch drei Gutachter (Professoren der Technischen Universität Ilmenau, des Fraunhofer-Instituts Systemtechnik sowie der Hochschule Fulda) war für Herrn Glotzbach zunächst das Rigorosum zu überstehen. Diese „strenge Prüfung“ bzw. nichtöffentliche wissenschaftliche Aussprache erstreckte sich nicht nur über das Themengebiet der Arbeit, sondern auch über benachbarte Disziplinen, bei Herrn Glotzbach zum Beispiel über Modellbildung/Prozessanalyse sowie Wissensbasierte Systeme. Danach musste der Kandidat seine Dissertationsschrift in einer öffentlichen wissenschaftlichen Aussprache gegenüber der Prüfungskommission sowie dem anwesenden Fachpublikum verteidigen. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Promotionsverfahrens wurde die Dissertation anerkannt. Damit hat Herr Glotzbach den Nachweis der Befähigung zu vertiefter selbständiger wissenschaftlicher Arbeit erbracht.
Herr Thomas Glotzbach wurde am 12. Oktober 1976 in Hünfeld geboren. Nach seinem Abitur am Wigbert-Gymnasium Hünfeld studierte er an der Hochschule Fulda Elektrotechnik und Informationstechnik mit dem Studienschwerpunkt Automatisierungstechnik. Nach seinem Abschluss als Dipl.-Ing. (FH) war Herr Glotzbach als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Ilmenau und am Fraunhofer Anwendungszentrum Systemtechnik Ilmenau tätig. Dabei war er in verschiedenen Forschungs- und Industrieprojekten tätig, etwa im Rahmen einer Prognose des elektrischen Verbrauchs für Großsportstätten oder einem Touristisches Assistenzsystem für den barrierefreien Zugang zu Urlaubs-, Freizeit-, und Bildungsaktivitäten. Gegenwärtig nimmt er am Forschungsprojekt GREX teil, bei welchem neun Partner aus sechs unterschiedlichen europäischen Nationen die Realisierung einer ersten industriell nutzbaren Lösung zur Koordinierung und Kontrolle von Teams aus unbemannten maritimen Fahrzeugen über und unter Wasser anstreben.
Während Fachhochschulabsolventen früher die Promotion nur nach einem zeitaufwändigen Zusatzstudium möglich war, konnte Herr Glotzbach die Eignung für die Zulassung zur Promotion durch ein inzwischen an der Technischen Universität Ilmenau eingeführtes Eignungsfeststellungsverfahren nachweisen. Die hierfür zu absolvierenden vier Prüfungen bestand Herr Glotzbach mit sehr gutem Erfolg, ein Beweis für die am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule Fulda genossene gründliche und anspruchsvolle Ausbildung.
Die Hochschule Fulda wurde im Rahmen des Verfahrens vertreten durch Prof. Dr.-Ing. Bernd Cuno vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik. Diesem oblag als einem der Gutachter die Überprüfung und Bewertung der schriftlichen Arbeit. Darüber hinaus nahm er als Mitglied der Promotionskommission auch als Prüfer an der öffentlichen wissenschaftlichen Aussprache an der Technischen Universität Ilmenau teil. Prof. Dr.-Ing. Bernd Cuno war bereits an sechs Promotionsverfahren der Universität Ilmenau aktiv beteiligt und Dr.-Ing. Thomas Glotzbach ist der vierte Absolvent des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik, welcher an dieser Hochschule zum Dr.-Ing. promoviert wurde.
Prof. Dr. Berd Cuno