Zeit: | Mo. 19.30 Uhr - 21.30 Uhr |
Ort: | Halle 8, Campus; letzter Termin am 01.07.2013 |
Übungsleiter: | Marcelo Apollones, Vertretung: Christian Schindler |
Gebühren: | Hochschulmitglieder 18,- €/Semester Hochschulexterne 38,- €/Semester inkl. Externengebühr |
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts breitete sich unter den Sklaven im Nordosten Brasiliens eine Kampfform aus, deren Entstehung eng verknüpft ist mit dem Streben der Schwarzen nach Freiheit.
Die Sklaven durften keine Pistolen, Gewehre oder Hausmesser besitzen. Weil ihnen aber oft die Hände gefesselt waren, wehrten sie sich meist mit den Füssen, auf eine geschmeidige, rhythmische Art, änhlich wie Tierbewegungen. Um den Kampfcharakter zu tarnen, wurden die Tänze von Instrumenten begleitet: von grossen und kleinen Trommeln und dem Berimbau, einem Saiteninstrument, bei dem ein ausgehöhlter Kürbis der Resonanzkörper ist.
Kampf, Tanz, Spiel, Energie...
Capoeira ist das alles und niemand kann sagen, was es nun eigentlich ist. Mit leicht angehockten Beinen wiegt der Capoerista sich hin und her, die Füsse ruhelos in Bewegung - wie eine Raubkatze auf dem Sprung. Ginga heisst der Grundschritt, ohne Ginga keine Capoeira. Capoeiristas schlagen wirbelnd aus der Drehung, im Rythmus der Begleitmusik. Sie schlagen mit den Beinen oder - überraschend - mit den Armen oder dem Kopf. Die Arme dienen aber normalweise zur Abwehr, zum Abrollen bei einer Attacke des Gegners oder zum Radschlagen, um den anderen mit dem hochfliegenden Bein am Hals zu treffen.
Zwei, drei Minuten wirbeln sie und bei jeder Drehung schleudert es Schweisstropfen in die Roda, die Runde der Capoeiristas. Ein neues Kämpferpaar löst sich aus dem Kreis, grüsst mit feierlicher Handbewegung die Musik - nicht die Musikanten, sondern die Instrumente: diese geben dem Kampf die Seele. Doch bis 1930 war Capoeira geächtet und unter Strafe gestellt. 1937 wurde Senhor Manoel dos Reis Machado, Mestre Bimba`s, Capoeira-Akademie vom Ministerium für Erziehung und öffentliche Gesundheit offiziell lizenziert als erste der Welt! Der Sklavensport war zwar toleriert, aber gesetzlich immer noch nicht legalisiert. Dies geschah erst Ende der fünfziger Jahre. Der brasilianische Staatspräsident Getúlio Vargas damals: “Capoeira ist der einzige wirklich brasilianische Sport“.
Bei Interesse an diesem Kurs bitte die Online-Anmeldung (oben auf dieser Seite) benutzen.
Der Allgemeine Hochschulsport der Hochschule Fulda
Sommersemester 2013
Laufzeit vom 08. April bis 12. Juli 2013
