Pflege & Gesundheit
Gesundheitsschutz bei interpersoneller Gewalt

Gewalt macht krank!

Die Arbeitsgruppe „Gesundheitsschutz bei interpersoneller Gewalt“ betrachtet Gewalt als Gesundheitsproblem für Betroffene und die Gesellschaft (Public Health Problem). Verletzungen, Traumatisierungen, Beeinträchtigung von Lebensentwürfen sowie Chancen am Arbeitsmarkt und Erhöhung des Risikos von Armut sind Gewaltfolgen, die direkt oder indirekt einen negativen Einfluss auf die Gesundheit von Betroffenen haben können.

Auf der Basis von epidemiologischen Erkenntnissen bilden die Prävention von gesundheitlichen Gewaltfolgen und die Intervention bei gewaltgeprägten Lebenssituationen den Schwerpunkt des Forschungsinteresses. In ihren Projekten fragt die Arbeitsgruppe vor allem danach, wie die Gesundheitsversorgung durch  Erkennen, Ansprechen und gerichtsverwertbares  Dokumentieren sowie Weitervermittlung an den Hilfesektor einen Ausweg für Betroffene bieten kann. Vorschläge zur Veränderung von Versorgungsstrukturen des deutschen Gesundheits- und Hilfesystems werden erarbeitet. 

TeDaVi Prävention SaferTeenDating Schutzambulanz Quali WAGE SaferCare Genoah GIS Ausweg EID Zugang Hisuv OEG Stop Forensic

Zentrale Ergebnisse

  • Für die Prävention von Partnergewalt ist eine Intervention bereits in der Pubertät sinnvoll, wirksame Konzepte liegen vor.
  • Frauen, denen Gewalt widerfahren ist, suchen eher institutionelle Unterstützung, wenn sie schwere Gewalt erlitten haben.   
  • Wird  im professionellen Hilfessystem oder im sozialen Umfeld keine oder negative soziale Unterstützung geleistet, besteht die Gefahr der Demoralisierung. 
  • In Deutschland bestehen Versorgungslücken im Hilfesystem und Handlungsunsicherheiten der Praxisakteure v.a. in der Gesundheitsversorgung.
  • Die gerichtsverwertbare Dokumentation von Gewaltfolgen durch behandelnde Ärztinnen und Ärzte ist in Hessen politisch erwünscht, in der Praxis jedoch häufig nicht gesichert. 
  • Die Koordinierung von Unterstützung ist für manche Personengruppen, denen Gewalt widerfahren ist, nicht gesichert. Kompetenzzentren könnten dauerhaft Koordinierungsaufgaben übernehmen und das Gesundheitswesen bei der gerichtsverwertbaren Dokumentation von Gewaltfolgen unterstützen.

Vorträge

  • Vortrag zum Thema Befundung und Dokumentation von Gewaltfolgen auf dem Symposium der Arbeitsgruppe 2011: Interventionslücken und Forschungsdesiderate
    PDF des Vortrags hier...
  • Vortrag zum Thema Hilfesuchverhalten von Frauen auf dem Symposium der Arbeitsgruppe 2011: Interventionslücken und Forschungsdesiderate
    PDF des Vortrags hier... 
  • Vortrag zum Thema Unterstützungs- und Hilfebedarf auf dem Symposium der Arbeitsgruppe 2011: Interventionslücken und Forschungsdesiderate 
    PDF des Vortrags hier... 

Publikationen

2013

2012

  • Liepe K, Blättner B (2012): Gewalt in der Schwangerschaft. Wer ist betroffen? Die Hebamme 4/2012: 242-246.
  • Grundel A, Liepe K, Blättner B, Grewe HA (2012): Gewalt gegen Pflegebedürftige durch Angehörige. Eine systematische Übersicht über Befragungs- und Assessment-Instrumente. Pflegewissenschaft 7-8/12: 399-407
  • Brzank P (2012): Wege aus der Partnergewalt – Frauen auf der Suche nach Hilfe. Sekundärdatenanalyse der Repräsentativbefragung „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“. Wiesbaden: VS-Verlag (303 Seiten).  
  • Brzank P (2012) Hilfesuchverhalten im Kontext von Partnergewalt gegen Frauen. Dissertation zur Erlangung des Grades des Dr. P.H. an der Technischen Universität Berlin.
  • Grundel A, Liepe K, Blättner B, Grewe HA (2012): Gewalt in der häuslichen Pflege. Instrumente zur Risikoeinschätzung. Die Schwester Der Pfleger plus* 3/12: 44-47.
  • Blättner B, Krüger K, Grewe HA (2012):  Ein Kompetenzzentrum für Gewaltopfer im öffentlichen Gesundheitsdienst. Erste Erfahrungen der „Schutzambulanz Fulda", pg-papers 01/2012, Fulda (ISBN 978-3-940713-03-2)
  • Will R, Hintz E, Blättner B (2012): Gesundheitliche Folgen von Stalking. Das Gesundheitswesen 74, 05: 315–321.

2011

Alle Publikationen hier...

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Projektleitung

Beratung

Mitarbeiterinnen

Hilfskräfte

  • B.Sc. Rebekka Schuler
  • Lilien Liu
  • Volker Amontow

Material

Dokumentationssystem bei häuslicher Gewalt

Dokumentationssystem bei sexualisierter Gewalt

Zahnärztliches Dokumentationssystem bei interpersoneller Gewalt

Kontakt

Prof. Dr. Beate Blättner (Sprecherin der Arbeitsgruppe)

Marquardstraße 35
36039 Fulda

Beate.blaettner@bitte-loeschen.pg.hs-fulda.de
Tel.: 0661/ 9640-603