Pflege und Gesundheit
Sie befinden sich hier:  HS Fulda » FB PG » Forschung und Entwicklung » Gesundheitsschutz bei inter... » G.I.S.
Gesundheitsschutz bei interpersoneller Gewalt

G.I.S. – Gewalt in der Schwangerschaft

Projektleitung:

Prof. Dr. Beate Blättner
 

  



  


Mitarbeiterinnen:  

Katharina Liepe (M.Sc. Public Health) 
Siona Decke (B.Sc.)
 

Gefördert von:
 

internen Mitteln der hochschulinternen Forschungsförderung 

Kooperation: 

Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e.V. Pflegeberaterinnen und -berater  
 

Laufzeit:

01.05.2011 – 31.10.2011 
 

Schwangere Frauen als schutzbedürftige Gruppe

Schwangerschaft bringt neue Herausforderungen an das bisherige Leben, an die Beziehung und an die finanzielle Situation mit sich. Schwangere und ihre ungeborenen Kinder stellen eine besonders schutzbedürftige Gruppe in der Gesellschaft dar. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass auch schwangere Frauen von Partnergewalt betroffen sein können (u. a. vgl. Müller/ Schröttle 2004, Fanslow et al. 2008, Jeanjot et al. 2008, Bitzker 2009, Stöckl 2009). 

Gesundheitliche Folgen von Gewalt in der Schwangerschaft beziehen sich direkt auf die werdende Mutter sowie auf das ungeborene Kind, indirekt aber auch auf andere Kinder in der Familie (Taillieu/ Brownridge 2010).

National und international liegen erste Erkenntnisse dazu vor, wie häufig Gewalt gegen schwangere Frauen ausgeübt wird. Die Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e.V. (2009) schätzt, dass ca. zehn Prozent der schwangeren Frauen, die eine Beratungseinrichtung aufsuchen, von einer Form von Gewalt betroffen sind. Zur Erfassung der Gewaltvorkommnisse nutzen Mitarbeiterinnen seit ca. 2005 ein selbst erstelltes Dokumentationssystem. Die Häufigkeit, Art und Bedingungen von Gewalt in der Schwangerschaft zu kennen, ist wichtig, um geeignete Präventionsstrategien gegen Gewalt und damit verbundene gesundheitliche Folgen zu entwickeln.

Im Rahmen eines studentischen Projektes wurden die aktuelle Studienlage zu dem Thema aufgearbeitet, die Daten der Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e.V. ausgewertet sowie Vorschläge für einen veränderten Fragebogen und ein Monitoring-System erarbeitet. 

Zentrale Ergebnisse

  • Beratungsstellen kommen in Kontakt mit Schwangeren, denen Gewalt widerfahren ist.
  • Aus der Literatur bekannte Risikofaktoren für Gewalt in der Schwangerschaft sind unter anderem ein junges Alter, Erwerbslosigkeit und Gewalterfahrungen in der Kindheit.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungsstellen für Schwangere sollten für die Thematik sensibilisiert und geschult werden
  • Methodische Schwierigkeiten erlauben es nicht verlässliche Aussagen zu Gewalterfahrungen bei der Frauenberatung des Caritasverbandes Frankfurt e.V. zu machen.
  • Es bedarf eines geeigneten Dokumentationssystems, um Aussagen zum Ausmaß von Gewalt sowie Risikofaktoren und gesundheitlichen Folgen bei Schwangeren zu treffen. Hierfür müssen finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Publikationen

Vortrag

2012: Vortrag im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung „Gewalt gegen Schwangere – Interventionen zwischen Hebammen und niedergelassenen Praxen“ am 14.03.2012 an der Hochschule Fulda

Veröffentlichung

Liepe K, Blättner B (2012): Gewalt in der Schwangerschaft: Wer ist gefährdet? Die Hebamme (in Druck)

Weiterführende Links

Frauenberatungsstelle des Caritasverbandes  Frankfurt e.V.: www.caritas-frankfurt.de 

Kontakt

Katharina Liepe
Hochschule Fulda
Fachbereich Pflege und Gesundheit
Marquardstr. 35
36039 Fulda

Tel.: 0661-9640-6324  

katharina.liepe@bitte-loeschen.pg.hs-fulda.de